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ein Gebrauch zum erstenmal auftritt; der Verlauf einer öffentlichen Ratssitzung wird nicht verstanden, wenn ihre Protokolle nicht sicher datiert sind; der Charakter gewisser Persönlichkeiten und ihre Motive lassen sich erst dann vollstandig verstehen, wenn ihre Reden in ganz bestimmte Zeitverhaltnisse sich eingliedern lassen.

2) Die Zeitbestimmung einer Quelle als eines formellen Zeugnisses ist aber deshalb notwendig, weil ihr Zeugniswert von dem Zeitabstand, der zwischen ihr und der Begebenheit selbst liegt, in mancher Hinsicht abhangig ist und weil der Sinn des Zeugnisinhaltes vollkommen nur aus der Abfassungszeit zu erschlieBen ist

258. 2. Mittel für die Zeitbestimmung. l) In anderen sicher datierten Quellen finden sich Hinweise auf das Zeugnis als auf eine gleichzeitige oder kurz vorher entstandene Quelle.

DaB bei der Anwendung dieses Kriteriums zuweilen Vorsicht nötig ist, zeigt die genau datierte Bauinschrift des Agrippa an der Front des Pantheon, dessen jetziger Bau nicht über die Zeit nadrians hinausreicht.

2) Oft führt auch das vergleichende Verfahren mit anderen datierten Zeugnissen der fraglichen Periode zu einer genauern Zeitbestimmung. Die Quellen derselben Periode gleichen sich gewöhnlich in Form, Material, Schreibart, Druckart oder anderen SuBeren Eigentümlichkeiten. Durch die Vergleichung gelangt man meist wenigstens zu einer ungefahren, oft auch zu einer sichern Bestimmung. Zuweilen bieten auch die aus anderen Quellen bekannten technischen Verhaltnisse, unter deren Ein wirkung die Quelle entstanden ist einen Anhaltspunkt für die Zeitbestimmung, z. B. die Zeitdauer der Beförderung eines Briefes oder der Drucklegung eines Werkes, wenn der Termin der Ankunft bzw Fertigstellung bekannt ist

259. 3) Ebenso dient die Sprache mit ihren so wandelbaren und doch zu bestimmten Zeiten gleichmaBig auftretenden Formen haufig zur nahern Datierung. Desgleichen bildet die Stilgebung oft ein Kriterium für die Zeitbestimmung. Gewisse Zeiten haften bezüglich des Stils, auch in Prosaschriften, ganz bestimmte Gesetze, z. B. hinsichtlich des Rhythmus. In der Poesie werden manchmal treffliche Anhaltspunkte durch die Eigentümlichkeiten des Versbaues, wie die Bindung der Versschlüsse durch Gleichklang, geboten. Bei vielen Literaturprodukten ist indes der Stil eine zu elastische Form, um als objektiver MaBstab zu gelten. Ahnliches gilt vom Stile der bildlich-figürlichen Tradition; Beispiele s. bei FrKoepp, Archaologie 3 (1911) 68 ff.

4) Nicht seiten bietet auch die fragmentarische Gestalt der Quelle einen Anhaltspunkt für die Zeitbestimmung. Bei naherer Untersuchung finden wir namlich, daB die betreffende Quelle ein Teil eines andern schon fest datierten Zeugnisses ist

260. 5) Es weisen ferner haufig die Fundumstande auf die Zeit hin, namentlich die Mitauffindung anderer datierbarer Quellen. So konnten manche Denkmaler der kretisch-mykenischen Kulturperiode deshalb genau datiert werden, weil unter ihnen sicher datierbare agyptische Oegenstande, z. B. Skarabaen und Kartuschen aus der Zeit des Königs Amenophis III, also der ersten

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