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Haifte des 14. Jahrh. gefunden wurden; die Porta Nigra in Trier ist nebst 'der angrenzenden Stadtmauer in ein Graberfeld eingebaut, das mindestens bis in die Mitte des 2. Jahrh. n. Chr. in Oebrauch war. Wichtige Datierungsmittel sind auch die Spuren gewaltsamer Zerstörung durch Menschenhand oder Naturgewalt, so z. B. auf der Akropolis von Athen die Spuren der Verwfistung durch die Perser um 480/79 (Perserschutf).

261. 6) Vor allem aber dient der Inhalt zur Zeitbestimmung: a) Es findet sich die Widmung an eine bekannte Persönlichkeit oder gewisse AuBerungen des Autors, aus denen auf eine bestimmte Zeit geschlossen werden kann, z. B. die Angabe „unter unserm regierenden Fürsten X."

b) Es wird die Folge von Ereignissen, z. B. einem Krieg, nur bis zu einem gewissen Zeitpunkte geschildert und es wird dann zu einem andern Gegenstand übergegangen.

c) Es werden datierbare Ereignisse mit einer Ausführlichkeit und Anschaulichkeit geschildert, daB man unwillkürlich schlieBen muB: der Referent hat sie miterlebt. Es wird vielleicht hingewiesen auf Verhandlungen und Versammlungen, deren Datum uns anderweitig überliefert worden ist.

d) Es werden astronomisch sicher bestimmbare Naturereignisse als kurz vorher geschehen erwahnt, z. B. eine Sonnen- oder Mondfinsternis, das Erscheinen eines Kometen, die bestimmte Konjunktion eines Planeten; wir erhalten dadurch die Handhabe, um die Zeit der betreffenden Quelle oft mit gröBter Sicherheit zu bestimmen; Beispiele s. FXKugler SJ, Stemkunde und Sterndienst in Babel2, 2 (1912) 257 ff.

e) Aus dem Übergehen von Ereignissen, die zu einer bestimmten Zeit dem Autor bekannt sein muBten und von ihm nicht fibergangen werden konnten, schlieBen wir, daB das Zeugnis vor jener Zeit geschrieben wurde.

262. NB. Öfters wird man sich bei der Zeitbestimmung damit begnügen mussen, daB man zwei Orenzpunkte festlegt, innerhalb deren die Quelle entstanden ist, einen terminus post quem und einen terminus ante quem, z. B. in dem Falie, wo ein datierbares Zeugnis in der Quelle zitiert wird und andrerseits eine sicher datierte Schrift oder ein solches Druckwerk aus dem Zeugnis zitiert oder gar eine Abschrift bzw ein Abdruck davon ist. Je enger die Orenzpunkte beieinander liegen, desto genauer wird die Zeitbestimmung.

2. Bestimmung des Entstehungsortes,

263. i. wichtigkeit dieser Bestimmung. Es gilt hier das Gleiche, was wir oben n. 257 bezüglich der Zeitbestimmung sagten.

264. 2. Mittel für die Ortsbestimmung. 1) Anhaltspunkte bieten zunachst der Fund- oder der Druckort, vorausgesetzt, daB sich das Verhaltnis zwischen diesen und dem Entstehungsort nachweisen laBt.

2) Ferner dienen zur Ortsbestimmung die SuBere Form oder Gestalt, die Schrift (vgl z. B. die Schreibschulen von Tours, StGallen, Bobbio), die Drucktypen (bei manchen Druckereien des 15. Jahrh.), die künstlerische Technik (Schule des Phidias, des Raffael).

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