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Ubereinstimmung, wenigstens in Nebendingen, oft auch durch MiBverstlndnisse.

4) Anwendung des henologischen Prinzips: Wenn zwei oder mehrere Berichte dieselben Tatsachen oder Ereigniskomplexe auf dieselbe Weise mitteilen, so sind die Quellen miteinander verwandt. Es folgt also, daB eine Quelle aus der andern oder daB beide bzw alle aus einer driften gemeinsamen Quelle abgeleitet sind.

276. 4. Regeln für die Bestimmung der Abhangigkeit. Bei der Anwendung

der Regeln muB man sich vor der Annahme hüten, als ob die Autoren bei ihren Entlehnungen eine folgenrichtige Durchführung quellenkritischer Prinzipien befolgt batten; es herrscht vielmehr bei zahlreichen Historikern, namentlich im Altertum, gerade inbezug auf die Entlehnung eine groBe Willkür; vgl z. B. den Ps-Arrianischen Periplus des Pontos Euxeinos bei Gutschmid 24.

1. Als Anzeichen für die Abhangigkeit einer Quelle im allgemeinen dürfen folgende gelten: 1) Ton und Farbung der Sprache weichen, besonders am Eingang und am SchluB, von der in der Quelle sonst gebrauchlichen Sprache ab.

2) Es finden sich inhaltliche Exkurse, offenbare Zusatze, die den Zusammenhang und die Einheit storen; die Entlehnung wird um so klarer hervortreten, je ungeschickter die Hand des abhangigen Berichterstatters bei der Aufnahme vorging oder je mehr die betreffenden Zusatze die logische, sachliche oder zeitliche Ordnung des Quellentextes unterbrechen.

3) Es finden sich verschiedene oder gar entgegengesetzte Motivierungen für dieselbe Tatsache.

4) Es finden sich in gewissen Stellen der Quelle Widersprüche zwischen Inhaltsmomenten und den Anschauungen der Zeit, Heimat, Umgebung des Autors.

5) Der Autor tritt in einem seiner Werke als flüchtiger Benützer einer noch erhalteiien Quelle auf, wahrend er uns in einem andern Werke viele von tiefer Sachkunde und eingehendein Studium zeugende Berichte bietet.

6) Berichte enthalten Hinweise auf Verhaitnisse und Anschauungen, die sowohl der Zeit der erzahlten Ereignisse als der Zeit des Berichterstatters fremd waren. Die Hinweise entstammen, so schlieBen wir, einer frühern Quelle, deren Autor oder wenigstens deren Zeit sich öfters noch bestimmen laBt

277. Da wir den aufgezahlten Indizien zuweilen auch bei Quellen begegnen, die uns nicht in der ursprünglichen, sondern in interpolierter oder sonst gefalschter Fassung vorliegen, so ist bei ihrer Anwendung mit Vorsicht zu verfahren. — Beispiele zu 1): Die Weltgeschichte des Nikolaos von Damaskos (zur Zeit des Augustus, Fragmente bei LDindorf, Hist. Qruec. min. 1 11870] 1—153) enthalt in den Partien über die lydische und persische Oeschichte jonische Sprachformen und Konstruktionen, ein Zeichen, daB eine

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