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d) in der Arbeitsweise der Autoren. Die Art und Weise, wie die Berichterstatter Entlehnungen aufnehmen, ist sehr verschieden und war es noch mehr im Altertum, wo die Quellenwerke eine geringe Handlichkeit besassen. Man bediente sich mehr oder weniger der langen Bücherrollen, man zitierte aus dem Gedachtnis, man zitierte nach Exzerpten (Plinius, Hieronymus in der Chronik usw), man nahm die Hilfe von servi ütterati oder von Sekretaren in Anspruch. Derselbe Autor konnte auch für verschiedene Teile desselben Werkes eine verschiedene Weise der Quellenbenutzung befolgen.

280. 3) Liegt Verschiedenheit der Form vor und ist die inhaltliche Übereinstimmung zweifelhaft, so gilt folgende Regel: Werden aus einem gröBern Ereigniskomplex dieselben Momente, aus einem gröBern Zeitabschnitt dieselben Tatsachen berichtet oder wird durch Autoren, die nicht auf demselben geistigen Standpunkt stehen, dieselbe Synthese der Ereignisse geboten, so müssen wir mit Sicherheit eine Verwandtschaft der Quellen annehmen.

Wie namlich die Erfahrung zeigt, beobachten nie mehrere Autoren bei einem gröBern Ereigniskomplex dieselben Momente auf dieselbe Weise, noch bewerten sie bei der Auswahl aus einem gröBern Zeitabschnitt dieselben Tatsachen auf dieselbe Weise, noch gelangen sie in der Synthese der ausgewahlten Ereignisse zu derselben Auffassung.

§ 2. Nachweis der Verwandtschaftsverhaltnisse im einzelnen.

281. Die Art der Verwandtschaft der einzelnen Quellen ist oft recht verschieden. Es kann die eine von der andern abgeleitet sein und diese wieder von einer andern; die Quellen können gleicner Weise auf eine gemeinsame Vorlage zurückgehen; es kann auch eine Quelle aus verschiedenen Urberichten geflossen sein; die verschiedenen Verhaltnisse können sich durchkreuzen und sich zu neuen Verhaltnissen verbinden. Wir gehen in unserer Untersuchung von dem Fall aus, daB uns ein Urbericht und andere abgeleitete Berichte vorliegen und zunachst nur ein Urbericht und ein abgeleiteter Bericht.

1. Eine Urquelle und efne oder mehrere abgeleitete Quellen.

282. i. Zwei Queiien. Stimmen zwei Quellen A und B nach Inhalt oder Form oder nach beiden derart überein, daB sie als verwandt zu betrachten sind, so kann es unter der Voraussetzung, daB die eine Quelle die Urquelle der andern ist, nur zwei Möglichkeiten geben: entweder A stammt aus B oder B stammt aus A. Zur Entscheidung stehen uns verschiedene Kriterien zur Verfügung:

1) Die eine Quelle verrat sich als die altere durch ihr erkennbares höheres Alter (Material, Schreibweise, Datum usw).

2) Beide Quellen weisen Berichte oder Wendungen auf, die nur für efne Quelle passen, bei der andern also die Entlehnung direkt offenbaren, z. B. plötzlicher Übergang von der direkten Rede in die indirekte Rede.

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