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298. 1. Falsche Worttrennungen und Interpunktionen, welche Silben, ganze Wörter und ganze Satze falsch abteilten, z. B. quidam et für quid amet; exilio für ex Wo; condens, qui mundum protulit ffir condensque m. pr.; die Erwahnung der 2 Martyrer Tripodis, Magdalis in mittelalterlichen Martyrologien ffir Tripoli MagdaUks (11. Juni im Martyrol. Hieronym.).

2. Umstellung von Buchstaben, Silben, Wörtern, z. B. StaXa^mv für dtaffaXmv, omnia ffir omina, modo für domo, Uber hic ffir hic Uber.

3. Zufügungen mannigfacher Art. Bald wurden Buchstaben, Silben, Wörter, Satze doppelt geschrieben (Dittographie), z. B. phillippus, in iniustum ffir iniustum, quamquam dederat ffir quam d.; bald wurden Wörter oder Satzteile, oft in Erinnerung an ahnlich klingende Wörter beigefügt, so Ubfe/ri, demofilfijus, rei für rei [publicae]; bald wurden irrtümlich Randbemerkungen oder interlineare Notizen in den Text aufgenommen, z. B. id eSt oppidum ItaUae zu Aretium und dgl.

4. Auslassungen, indem Buchstaben, Silben, Wörter fibersehen oder beim Diktat fiberhört wurden oder indem doppelt vorkommende Wortteile oder Wörter nur einmal gesetzt wurden (Haplographie) oder indem ganze Satze oder Satzteile überschlagen wurden, weil das Auge von gewissen Wörtern oder Silben zu spateren gleichen Wörtern oder Silben abschweifte (Aberraüon des Auges), usw. Beispiele: ex(f)emp0, iuü\us), iuU{an)us, quid(d)am, (h)om(i)nibus, ultro (of)ferre, inquid (id) totum, ante (de)ponere.

5. Unbeabsichtigte Anderungen,die teils in verschiedener Orthographie oder Aussprache, teils in falscher Auflösung von Abkürzungen oder Zahlzeichen, teils in der Ahnlichkeit der vertauschten Wörter ihren Orund natten. Beispiele: vulgarlateinisches habitus ffir avitus, bibere ffir vivere, annus aus a statt autem oder aut, eius aus è statt est, (passio sanctorum) militum octoginta trium (24. Juli im Mart. Roman.) aus der auf eine römische StraBe bezüglichen Abkürzung LXXXIII mil(iario) Mart. Hieron. (Anal. BotL 13 [1894] 164); Sipa ffir a = 1, Mo ffir 8 = 4, ergo ffir erga, poscunt ffir possunt, fit ffir sit usw.

NB. Bei Drucken, die ffir gewöhnlich Abschriften gleichzusetzen sind und deshalb auch denselben Fehlern ausgesètzt sind, entstehen einige weitere Fehlermöglichkeiten aus der Technik des Druckens, so die Möglichkeit mancher Buchstabenverwechslung, des falschen Aneinanderrfickens oder Auseinanderfallens von Wörtern und Wortteilen, des Abspringens von solchen. Dazu treten vielfach Fehler mangelhafter Korrektur.

299. 2. AuBere (mechanische) Fehler. Die Quelle litt in ihrer Integritat durch die auBeren Einflüsse der Witterung, besonders durch Feuchtigkeit und Moder, dann durch Brand, Zerstörung, ferner durch den zersetzenden EinfluB der giftigen Tinten, durch FraB von Tieren, wie Mausen, Insekten usw, durch Verlust oder Diebstahl einzelner Blatter, Blatteile, Lagen und dgl.

Drittes Kapitel. Wiederherstellung der Urform.

300. Zum Zweck der Wiederherstellung verderbter Texte bedient sich die philologische Textkritik einer zweifachen Methode, der Rezension und der Emendation. Der Rezension liegt es ob, die Geschichte der Überlieferung einer Schrift bis zum Archetyp zu ermitteln und sodann den bestbeglaubigten Text festzustellen. Aufgabe der Emendation ist es so-

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