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Mit Recht sagt darum Bernheim. in seinem Artikel Das Verhaltnis der historischen Methodik zur Zeugenaussage a. a. O. 245 f: „die skeptischen Bedenken sind im Fortgange unserer Wissenschaft stets dadurch überwunden worden, daB man sie zu festen Beurteilungskriterien umwandelte und damit die Grenzen bestimmte, innerhalb deren die Aussagen mehr oder weniger kontrollier-

bar und ffir die Erkenntnis der Tatsachen brauchbar seien Ja, Rückfalle

in skeptische Bedenken... werden vermieden werden, wenn man sich vergegenwartigt, welche starken Prozentsatze zutreffender Beobachtung und Wiedergabe sich unter normal gfinstigen objektiven und subjektiven Bedingungen bei der experimentellen Untersuchung der Beobachtungstreue ergeben."

Zudem wissen wir, daB uns bei vielen Berichten zu weiterer Prüfung der Erganzungswert anderer Quellen, wie von Überresten (Indizien) und formellen Zeugnissen, zur Verfügung steht.

339. 2. Der Hinblick auf die Fehlermöglichkeiten legt aber andrerseits allen die Mahnung nahe, bei eigener Beobachtung und Wiedergabe historischer Vorgange groBe Vorsicht, kritische Besonnenheit und Selbstkontrolle zu üben, die Erinnerungstreue zu pflegen und gegenüber dem Ernst jeder Berichterstattung ein lebendiges Veranrwortungsgefühl wach zu erhalten.

Erstes Kapitel. Der Eigenwert der Quellen.

340. Die Kritik der Olaubwürdigkeit einer Quelle aus dem Eigenwert derselben kann den Grad der Zuverlassigkeit mehr im allgemeinen aus dem generischen Charakter der Quelle oder in bestimmter konkreter Weise aus der individuellen Sonderart der Quelle, d. h. aus der Qualifikation des Berichterstatters und der Natur der bezeugten Tatsachen feststellen. Ersteres geschieht durch die Qaltungskritik, das letztere durch die Individualkritik der Glaubwürdigkeit.

§ 1. Die Gattungskritik der Glaubwürdigkeit

341. Lit.: Bernheim 465 —505; Einleitung 85 — 110; JWLoebell, Das reale und das ideale Element in der geschichtlichen Überlieferung und Darstellung in Hist. Z. 1 (1859) 269 — 331; JEngel, Über die Arten der unbewufiten GeschichtsentsteUung (Pr.-Nauen 1879); de Smedt 170 — 202; EAFreeman, The methods of hist. study (1886) 156 — 190; Langlois-Seignobos 137—145.

A. Die stummen Quellen (Überreste). Die stummen Quellen oder die Überreste bieten einen sehr grossen Vorteil bei der Frage nach der Zuverlassigkeit; denn unter der Voraussetzung ihrer Echtheit sind sie sehr objektiv, so objektiv, wie ihre Existenz und die Indizien einer Tat es sind, und sie sind dies um so mehr, je weniger sie berichtenden Charakter tragen. Insofern viele formelle Zeugnisse zugleich Überreste sind, geben sie trotz ihrer etwaigen Unzuverlassigkeit als redende Quellen gleichwohl in mancher Hinsicht als stumme Quellen untrüglichen AufschluB über die Entstehungsbedingungen, aus denen sie hervorgegangen sind. So erweist der Vergleich der semitischen und der indogermanischen Sprachfamilien mit Sicherheit den ursprünglichen Zusammenhang der beiden

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