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Sprachfamilien. Viele Orts-, Gebirgs^, Landesnamen lassen sichere Schlüsse auf ihre Urheber, die Zeit der Namengebung, andere Daten (z. B. Völkerverschiebungen im alten Griechenland) zu. Verhandlungsberichte und andere geschaftliche Akten bieten ein ungetrübtes Zeugnis der Vorgange dar, die ihnen zugrunde liegen. Sagen klaren uns über die politischen, religiösen, geistigen Anschauungen eines Volkes oder der betreffenden Kreise, deren Mitte die Sagen entstammen, auf. Chroniken und Annalen gestatten als literarische Literaturprodukte sichere SchluBfolgerungen auf Bildungsstand, Auffassungsweise, Darstellungsweise des betreffenden Autors und haufig auch seiner nationalen und geistigen Umweli Desgleichen spiegein Flugschriften, Zeitungen, Pamphlete die Kampfe einzelner Personen oder Parteien und ihre Anschauungen getreu wieder. Historische Inschriften, besonders solche, die sakralen oder praktischen Zwecken dienen, bieten eine treue Bezeugung der Ereignisse oder Verh&ltnisse, die zu ihrer Abfassung führten, so z. B. Meilensteine für die politische Verwaltung eines Landes, Grabinschriften für Sitten der Totenverehrung, Hauserinschriften für Volkssiften usw.

B. Die redenden Quellen oder die formellen Zeugnisse. 342. Den generischen Charakter der formellen Zeugnisse können wir behufs der Feststellung der Glaubwürdigkeit betrachten unter der Rücksicht der auBern Form der Quellen, unter der Rücksicht ihres Zweckes, unter der Rücksicht des Typs des Berichterstatters. Die Echtheit der betreffenden Quellen setzen wir bei den folgenden Ausffihrungen immer voraus.

1. Der Gattungscharakter der Quellen nach der auBern Form betrachtet

i. Die mündliche überlieferung. I. Wir betrachten zunachst die mündlichen Zeugnisse über nahe, kurz zurückliegende Ereignisse. Diese werden uns entweder durch unmittelbare Gewahrsrnanner bzw durch solche mittelbare Zeugen mitgeteilt, die es ermöglichen, zu den direkten Beobachtern der Ereignisse selbst vorzudringen, oder die Zeugnisse werden uns durch mittelbare Zeugen überliefert, von denen für uns keine Brücke zu den unmittelbaren Zeugen führt, so daB diese für uns anonym, d. h. ganz unbekannt sind. Wahrend wir in vielen Fallen die Zeugnisse der ersten Klasse von vornherein als glaubwördig erkennen, wenigstens den Weg zur Feststellung der Glaubwürdigkeit oder Unzuverlassigkeit leicht finden können, müssen wir den Zeugnissen der zwei ten Klasse für gewöhnlich mit groBer Zurückhaltung begegnen, weil eben die ersten Urheber der Zeugnisse für uns unerreichbar sind. Zu den Zeugnissen der zweiten Klasse gehören vor allem die sog. Geruchte, die vielfach Nebelgestalten ohne feste Substanz gleichen, und viele Anekdoten. Trotzdem die Anekdoten ein Produkt zivilisierter Völker sind und deshalb „die Legenden der Gebildeten" genannt werden, verdienen auch sie an sich keinen oder nur geringen Glauben, da ihre Urheber uns unbekannt sind und sie zudem meist Tatsachen betreffen, die ihrer Natur nach geheim sind oder nur in intimem Kreise

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