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aufgefundene zeitgenössische Quellen schriftlichen oder monumentalen Charakters, ferner durch liturgische Einrichtungen, Festgebrauche oder sonstige Überreste, die nur in der Tatsachlichkeit des Ereignisses ihren Grund haben können, bestatigt wird.

347. Auf dieses Traditionsargument ist Folgendes zu erwidern. Würden je die angeführten Bedingungen bei einer mündlichen Tradition erfüllt, so würden wir allerdings durch das Zeugnis GewiBheit über die berichtete Tatsache erlangen. Doch ist zu bestreiten, daB es in Wirklichkeit eine Tradition jener Art, aus deren Eigenwert a 11 e i n wir eine Tatsache mit Sicherheit zu erschlieBen vermógen, geben kann; denn bei jeder mündlichen Tradition im engern Sinne sind uns sowohl die Mittelglieder, die vor den letzten Zeugenreihen liegen, als auch die ersten Zeugenreihen, auf welche die Tradition überhaupt zurückzuführen ist, unerreichbar. Wird eine Tradition aber von wirklich unabhangigen Zeugenreihen, deren erste Glieder nachweisbar Zeugen des Ereignisses waren, überliefert (z. B. die Tradition von der Sündflut bei den verschiedenen Vólkern), so ist die bezeugte Tatsache allerdings mit ziemlicher Sicherheit bezeugt, aber nicht durch den Eigenwert der Tradition selber, sondern durch die Übereinstimmung unabhangiger Zeugenreihen. Ahnliches ist zu sagen, wenn die Tradition durch Überreste bestatigt wird, deren Zusammenhang mit den Ereignissen aber feststehen muB, da Überreste, wie Namen von Orten, Flüssen, Bergen, Feste oder andere Gebrauche, auch aus einer falschen Tradition entstehen können.

348. 2) Von anderer Seite werden deshalb die Anforderungen an eine beweiskraftige Tradition etwas modifiziert (vgl de Smedt 196). Man verlangt, daB der berichtete Vorgang, wenn er sich tatsachlich abgespielt hat, ein öffenfliches Ereignis von Bedeutung war, das notwendig von einer gröBern Zahl von unmittelbaren Zeugen beobachtet wurde, daB das Zeugnis wenigstens wahrend einer Zeitperiode nachweislich als Tatsache angenommen wurde und daB seine Existenz wahrend dieser Zeitperiode von keinem geleugnet wurde, auch nicht von denen, welche das höchste Interesse an der Bestreitung der Tatsache gehabt hatten.

Aprioristisch scheint die mit solchen Bedingungen ausgestattete Tradition hinreichende Autoritat zu besitzen. Allein es wird au fier acht gelassen, daB bei der Aufstellung der Bedingungen auch hier Rücksicht zu nehmen ist auf den tatsachlichen Verlauf der Menschengeschichte. Jene Bedingungen setzen namlich voraus, daB die Menschen zu allen Zeiten historisch-kritischen Sinn besaBen und daB es ihnen auch möglich war, die Regeln einer natürlichen historischen Kritik praktisch anzuwenden. Beides widerspricht aber dem wirklichen Verlauf der Geschichte. Sowohl im heidnischen wie im christlichen Altertum als auch im Mittelalter hat es Jahrhunderte gegeben, in denen es an einer allgemeinen kritischen Schulung fehlte und wo deshalb auch fast jeder historiscn-kritische Sinn selbst sonst noch so ausgczeichneten Mannern abging. So finden sich denn tatsachlich Traditionen, die zwar die oben angeführten Eigenschaften aufweisen, die aber nichtsdestoweniger ganz haltlos und falsch sind.

349. 3) Soll also der Traditionsbeweis eine Geltung haben, so sind den unter n. 348 genannten Bedingungen noch folgende drei hin-

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