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Grappen einreihen, die physiologisch, geistig, gesellschaftlich gegeneinander abgegrenzt sind. Von den Merkmalen, durch die sich die Aussagesubjekte soldier Weise unterscheiden, sind vor allen wichtig das Alter, das Qeschlecht, das Temperament, die Bildung, die Lebensstellung. An dieser Stelle können wir nur auf einige Hauptmomente des allgemeinen Charakters, der durch diese Merkmale den Quellen aufgedrückt wird, flüchtig hinweisen.

364. I. Das Alter der Zeugen. Die Kinderaussagen haben denen der Erwachsenen gegenüber einen Vorteil, aber noch gröBere Nachteile. In gewisser Hinsicht sind Kinder bessere Zeugen als Erwachsene, weil die Leidenschaften und Sonderinteressen .auf sie noch nicht in dem MaBe einwirken als auf diese. Zudem ist der der ersten Kindheit entwachsene Knabe, wofern er gut geartet ist, ein trefflicher Beobachter und Berichterstatter, „der mit Interesse alles verfolgt, was um ihn herum vorgeht, unbefangen kombiniert und treu wiedergibt (GroB, Kriminalpsychologie 2 478). Andrerseits werden Kinderaussagen lacht durch die ungeschulte Beobachtung, der das kritische Gegengewicht fehlt, durch den Mangel an Verantwortungsgefühl, durch ungezügehe Phantasie, durch einen hohen Grad von Suggestibilitat, die freilich mit steigendem Alter abnimmt, in ungünstiger Weise beeinfluBt.

365. 2. Das Qeschlecht der Zeugen. Wenngleich das Oedachtnis der Frauen treuer zu sein scheint, so sind doch ihre Aussagen im allgemeinen wegen des reichern Oemütslebens und der starkern Suggestibilitat unzuverlassiger als die Manneraussagen.

3 Des Temperament der Zeugen. Der Choleriker ist ïwar schart in der Beobachtung, aber wegen seines stark individualistisch genchteten Charakters leicht unzuverlassig und der Oefahr ausgesètzt, die Wahrheit gewaltsam zu seinen Zwecken fu brechen. Der Sanguiniker zeigt bei der Beobachtung durchwee eine zwar lebhafte, aber auch unruhige, unbestandige und darum weniger zuverlassige Auffassung, in seiner Benchterstattung neigt er auner zu groBer Offenheit leicht zu Übertreibung und Ausschmuckung des Darzustellenden. DerMelancholiker bekundetim allgemeinen in seiner Beobachtung groBe Ruhe und emste Aufmerksamkeit, tragt aber in die 13enchterstattung lern die subjektive Auffassung seiner Weltanschauung hinem. Der Fhlegmatiker endlich beobachtet durchgehends ruhig und besonnen und gibt auch für gewöhnlich seinen Bericht in nüchterner und von Affekten unbefangener Weise wieder.

366. 4. Der Bildungsgrad der Zeugen. Die Hauptunterscheidungsmerkmale der Aussagen von Ungebildeten gegenüber denen von Oebildden sind für gewöhnlich die ganz entsprechenden wie die der Aussagen von Kindern gegenüber denen von Erwachsenen: bei ungeschulter Beobachtung undDarstellungsweiseMangd an kritischem Gegengewicht, starkeres Gefühlsleben, höhere Suggestibilitat. Auf der andern Seite zeichnen sich die Aussagen Ungebildeter haufig durch groBe Nüchternheit und schlichte, ungeschminkte Offenhdt aus.

' Die Berichte werden auBer durch den persönlichen Bildungsgrad des einzdnen Zeugen auch durch den Bildungsgrad sdner jeweiligen Umwelt charakterisiert. Ereignissen und Charakteren geben die Berichterstatter in den verschiedenen Zritperioden und bei den verschiedenen

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