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der Reden und des Lebens Jesu (quod audivimus, qaod vidimus ocutis ttostris, quod perspeximus et manus nostrae contrectaverunt de verbo vitae: .... testamur I Joh. 1, 1) vollen Autoritatsglauben.

369. 2. In zahllosen Fallen wird es uns aber nicht möglich sein, die allgemeine Glaubwürdigkeit des Zeugen als solchen zu erweisen. In allen diesen Fallen werden wir daher auf kritische Weise untersuchen, ob die Zuverlassigkeit des Berichterstatters, -d. h. sein Wissen und seine Wahraussage, im jeweiligen Einzelfall sich nicht aus der Natur der berichteten Tatsache bzw aus der Beziehung des Berichterstatters zu den besondern Umstanden der betreffenden Tatsache erschlieBen laBt.

3. Bei der folgenden Aufzahlung der Kriterien, die uns gegebenenfalls eine sichere Erkenntnis vom Wissen und von der Wahraussage eines Zeugen vermitteln, ist es selbstverstandlich nicht nötig, daB die aufgesteUten Bedingungen im Einzelfall e alle erfüllt sind, sondern es wird nur erfordert, daB dem Verstande für die Zustimmung zur Tatsachlichkeit der historischen Fakta ein solcher Beweggrund geboten vverde, der zum sichern Urteil genügt (vgl. oben n. 29). Wir beginnen mit den Kriterien, welche die Olaubwürdigkeit des unmittelbaren Berichterstatters sicherstellen.

A. Die Olaubwürdigkeit des unmittelbaren Berichterstatters. 1. Das Wissen des unmittelbaren Berichterstatters.

370. ï. sinniiche Wahrnehmung. 1. Wir gewinnen in vielen Fallen durch unsere Erfahrung die GewiBheit, daB ein Berichterstatter sich gesunder Sinne erfreut und gewohnheitsmaBig auch mit Klugheit, Besonnenheit, Ruhe, Aufmerksamkeit in seinen Beobachtungen vorangeht. In solchen Fallen würde man dem Berichterstatter Unrecht tun, wollte man an seiner Fahigkeit zu richtiger sinnlicher Wahrnehmung zweifeln.

371. 2. In vielen anderen Fallen können wir durch Nachtrage und Untersuchung uns vergewissern, daB bei einer übermittelten Beobachtung die Bedingungen erfüllt waren, die zum AusschluB eines Irrtums erfordert werden:

1) Wir können GewiBheit über den normalen Zustand der Sinnesorgane des Berichterstatters erlangen. Abnormit&t der Sinnesorgane laBt sich leicht beobachten und drangt sich zudem von selbst im Umgange auf; darum ist ein organischer Fehler, wie Blindheit, Taubheit, Kurzsichtigkeit eines Menschen und dgl meist eine weit bekannte Tatsache. Desgleichen können wir oft erfahren, daB die Sinnesorgane gut disponiert waren und der Zeuge sich nicht in einem Zustande von körperlicher oder geistiger Übermüdung oder seelischer Aufregung befand. AuBerdem können wir oft die Zeugen selbst über die Zuverlassigkeit ihrer Sinnesorgane und ihren Zustand zur Zeit der Beobachtung ausfragen, wenn anders die Zeugen uns als glaubwürdig bekannt sind. Wenn übrigens mehrere Zeugen vorhanden sind, so w3re es unvernünftig, bei allen dieselbe Abnormitat ihrer Sinnesorgane vorauszusetzen, da ja solche Zustande die Aüsnahme bilden.

2) Wir können uns ferner oft vergewissern, daB das für eine

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