Geen zoekvraag opgegeven

Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

Ein anderes anschauliches Beispiel bieten die Überreste des alten babylonischen und noch mehr die des assyrischen Reiches, deren Zeugnis durch die spater ausgegrabenen Tontafeln mit ihren so zahlreichen Urkunden und literarischen Texten (Bibliothek Assarbanlpals in Ninive) bekraftigt oder auch in vieler Hinsicht vervollstandigt und erweitert wurde.

413. Ahnlich wie durch Überreste, kann ein formelles Zeugnis auch durch Tatsachen bestatigt werden, z. B. wenn das Zeugnis abgefafit ist vor dem Eintritt von gewissen Ereignissen, welche die Wirkung der durch das Zeugnis berichteten Tatsachen waren, oder wenn die berichtete Tatsache mit anderen bereits bekannten Tatsachen in einem natfiriichen Zusammenhang erscheint, wie dies der Fall ist bei natfirlicherweise aufeinanderfolgenden Akten eines Menschen oder einer Gruppe von Menschen, bei Gewohnheiten und Sitten einer Menschenklasse in Epochen, die einander naheliegen, oder auch bei Gewohnheiten innerlich verwandter Gruppen derselben Epoche.

2. Widersprechende Zeugnisse.

414. té Für den Vergleich widersprechender Zeugnisse "gelten folgende Regeln:

1) Treten uns wirklich widersprechende Zeugnisse entgegen, so ist es zunachst nötig, den Wert und Charakter dieser Zeugnisse, vor allem den Grad der Wahrscheinlichkeit oder Sicherheit der einzelnen Zeugnisse noch einmal durchzuprüfen und danach die Zeugnisse gegeneinander abzuwagen. Können die Widersprüche nicht miteinander versöhnt werden, so bleibt uns nichts übrig, als unser endgültiges Urteil über die Tatsachlichkeit des Vorganges in der Schwebe zu lassen und den konkreten Gegensatz der Zeugnisse zuzugestehen. Gegen diese Regel verfehlen sich viele Kritiker, welche die vorhandenen Widersprüche um jeden Preis ausscheiden mochten und darum zu gewaltsamen Kompromissen, die der wahren historischen Forschung fremd sind, hinneigen.

2) Besitzt ein Zeugnis überhaupt keine Wahrscheinlichkeit, so darf der Bericht keine Berücksichtigung finden.

3) Widerspricht einem sicher zuverlassigen Zeugnis ein anderes minder zuverlassiges Zeugnis, so darf letzteres vernachlassigt werden, weil die Sicherheit durch keine Wahrscheinlichkeit zerstört wird.

4) Widersprechen einem höchst wahrscheinlichen Zeugnis verschiedene minder zuverlassige Zeugnisse, so ist vor allem der Zuverlassigkeitsgrad des ersten Zeugnisses erneut zu prüfen und das Abhangigkeitsverhaitnis der anderen Berichte genau festzustellen. In vielen Fallen erweisen sich namlich diese als voneinander abhangig, so daB der Wahrscheinlichkeitsgrad des ersten Zeugnisses in nichts vermindert wird.

5) Erweisen sich die Widersprüche als aus Parteirücksichten hervorgegangen, so können wir oft die Wahrheit als in der Mitte liegend bezeichnen. Will z. B. jede von zwei streitenden Parteien den

Sluiten