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dem Biographen Karls, herrscht fiber jene Ereignisse Stillschweigen, also sind jene Zeugnisse zu verwerf en. Die Haltlosigkeit der alten Legende, daB der hl. Ignatuts von Loyola den Jesuitenorden speziell zur Ausrottung des Protestantismus gegrfindet' hat, wird schon dadurch erwiesen, daB die primaren Zeugnisse, welche uns fiber den eigentlichen Zweck der Gesellschaft Jesu unterrichten, namlich die offiziellen Bestatigungsurkunden der Papste, die Konstitutionen des Ordens, die mündlichen und schriftlichen AuBerungen des hl. Ignatius selbst, fiber jenen angeblichen Zweck vollstandiges Stillschweigen beobachten.

418. 4, Bei der Anwendung des Beweises aus dem Stillschweigen dürfen wir zwei Momente nicht übersehen. In unserer verkehrsreichen Zeit, wo jedes irgendwie bedeutendere Ereignis alsbald gröBeren Kreisen, wenn nicht der ganzen gebildeten Welt, mitgeteilt wird, vergessen wir nur zu leicht, daB in alteren Zeiten wegen der Verkehrsschwierigkeiten auch wichtigere Ereignisse manchen Gegenden und hier selbst hochstehenden Personen, die sonst weitreichende Verbindungen haften, ganz verborgen bleiben konnten. Es sind uns sichere Beispiele dieser Art überliefert, die wir kaum voraussetzen würden, wenn sie nicht durch die Geschichte vorzüglich bezeugt waren. Wir vergessen ferner leicht, daB die alten Autoren an viele Tatsachen ein ganz anderes Werturteil, einen ganz andern MaBstab anlegten als wir und darum manche Tatsache als minder wichtig ansahen und aus diesem Grunde übergehen konnten.

Beispiele: Augustinus wuBte um 405 nichts von der groBen orthodoxen Synode von Sardika vom Jahre 343/4; er hatte nur Kenntnis von der parallelen Synode der Arianer, die ebenda und spater im benachbarten Philippopolis tagte: Inseris principium epistulae Sardicensis, ubi Donati Carthaglnis

episcopi vestri nomen invenitur adscriptum Disce ergo, quod nescis. Sardi-

cense conatium Arrianorum fuit... contractum maxime contra Athanasium episcopum Alexandrinum catholicum C. Cresconium 3, 34 MSL 43, 516; vgl 4, 44, 576. Also kannte Augustinus auch nicht die groBen Streitschriften des hl. Athanasius und des hl. Hilarius, welche jene orthodoxe Synode oft erwahnen. — Als Augustinus zum Bischof geweiht wurde, kannten er und Vaterius, der alte Bischof von Hippo, nicht den 8. Kanon von Nikaia, der verbot, daB zu gleicher Zeit in einer Stadt zwei Bischöfe seien: Adhuc in corporeposito beatae memoriae patre et episcopo meo sene Valerio, episcopus ordinatus sum et sedi cum Ulo: quod concilw Nieaeno prohibitum fuisse nesciebam nee ipse sciebat Ep. 213, 4 CSEL 57, 376. — Hilarius von Pictavium kannten die fides Nicaena nicht bis zur Stunde, wo er in das Exil wandern muBte (356): Regeneratus pridem et in episcopatu aliquantisper rnanens fidem Nicaenam nunquam nisi exsulaturus audivi De syn. 91 MSL 10, 545. —Josephos Flavios erwahnt nicht den Mord der bethlehemitischen Kinder, wohl aus dem Grunde, weil ihm die Tötung einiger Kinder in dem verbrecherischen Leben des Herodes so geringfügig erschien, daB er dieselbe überhaupt nicht ffir der Erwahnung wert hielt.

.. NB. Der Beweis aus dem Stillschweigen laBt sich auch auf die Klasse der Überreste anwenden... Die Bedingung lautet dann: wenn die Tatsache geschehen ware, müfiten Überreste derselben vorhanden sein, aus denen man auf die Tatsache selbst schlieBen könnte.

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