Geen zoekvraag opgegeven

Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

431. 2. Unter Ursache verstehen wir im allgemeinen einen Grund, der durch seinen EinfluB ein anderes zum Dasein bestimmt. Jene Ursache, welche einem andern durch ihre Tatigkeit das Dasein verleiht, nennen wir Wirkursache; das andere ins Dasein gerufene Ding nennen wir Wirkung. Jene Ursache, welche die Wirkursache in ihrer Tatigkeit bestimmt und zur Hervorbringung einer bestimmten Wirkung anregt, heiBt Zweckarsache. In Wirklichkeit ist diese Ursache der Zweck selbst, um dessentwillen die Wirkursache ihre Wirkung hervorbringt. Diejenige Wirkursache, welche an der Hervorbringung der Wirkung nur einen untergeordneten Anteil hat, namlich nur unter der Leitung einer Hauptursache, nennen wir Instrumentalursaehe oder Mittel. Eine Bedingung hingegen ist eine Voraussetzung ffir das Entstehen eines Dinges, die zwar an der Setzung der Wirkung keinen Anteil hat, aber doch dazu erfordert ist, weil sie die Ursache zum Wirken erst geeignet macht, d. h. ihr die richtige Verfassung gibt oder die dem Wirken entgegenstehenden Hindernisse entfernt. Deshalb ist auch das Verhaltnis der Wirkung zur Bedingung .ein Verhaltnis auBerer Abhangigkeit, wahrend die Wirkung zur Ursache im Verhaltnis streng innerer Abhangigkeit steht. Unter Qelegenheit endlich verstehen wir alles, durch was die Hervorbringung der Wirkung nicht zwar erst möglich, aber doch erleichtert wird. Die Gelegenheit ist also an und für sich ffir das Werden der Wirkung entbehrlich und unterscheidet sich dadurch von der Bedingung.

432. I. Die Ursachen und Wirkungen der geschichtlichen Tatsachen. 1. Die Ur-

sachen des geschichtlichen Geschehens sind teils Wirk- teils Zweckursachen. Unter ersteren verstehen wir jene Ursachen, die durch ihre Tatigkeit die historischen Tatsachen hervorbringen. Sie unterscheiden sich wieder in physische und moralische Ursachen, je nachdem sie die Wirkung unmittelbar durch ihre physische Tatigkeit (Überschwemmung, Zerstörung einer Stadt durch Feuer, BeschieBung einer Stadt) oder mittelbar durch ihren moralischen EinfluB (z. B. Rat, Befehl, Bitte) hervorbringen. Unter den Zweckursachen der historischen Tatsachen verstehen wir die Ursachen, welche die Wirkursachen zur Tatigkeit nach einer bestimmten Richtung hin, d. h. zu dieser oder jener historischen Tatsache, bestimmen. Seinen EinfluB übt nun der Zweck, d. h. in unserm Falie die wirkliche oder vermeintliche Gutheit der angestrebten historischen Tatsache aus, insofern er als erstrebenswertes Gut erkannt wird und den Willen anregt, die zu seiner Erreichung notwendigen Akte der übrigen Fahigkeiten zu setzen. Wir reden deshalb auch von den f reien Ursachen der historischen Tatsachen oder den Willensentschlüssen, welche von den Motiven bestimmt diese Tatsachen verursachen.

433. 2. Schon früher (n. 193) bemerkten wir, daB als unmittelbare Ursachen oder Komponenten der geschichtlichen Tatsachen im strengen Sinne nie auBere physische Ursachen, sondern nur die Willensentschlüsse des Menschen in Betracht kamen. Da namlich alles geschichtliche Geschehen direkt auf menschlicher Betatigung beruht, so beschrankt sich naturgemaB streng genommen der Umfang der unmittelbaren Komponenten auf das psychische Gebiet. Alle dem Willen auBeren Ursachen können deshalb erst durch die Willensmotive, die ihnen entspringen, in ursachliche historische Komponenten umgewandelt werden. Im gewöhnlichen Leben jedoch braucht man den Ausdruck Ursachen

Sluiten