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Wirkung für die gesamte Weltgeschichte hatte nicht die eine Tatsache, daB Alexander von Makedonien keinen erbberechtigten Sohn hinterlief]. Die Erkenntnis der negativen Erscheinungen ermöglicht es uns ferner, den Charakter einer Zeitperiode, eines Volkes, eines Kulturzustandes in seinem ganzen AusmaB zu erfassen, wenn uns namlich klar geworden, daB die Zeit, das Volk, die Kultur die führende Persönlichkeit, für die der Boden vorbereitet schien, nicht hervorbrachte oder wenn die nach aller Analogie zu erwartende geistige, politische, künstlerische Entwicklung ausgeblieben ist.

Viertes Kapitel. Subjektive Voraussetzungen einer guten Kombination.

452. Lit.: Bernheim 749—776; AWeiB, Apologie des Christentums 1 4 (1905) 503 ff; AvRuviile, Katholischer Olaube, GW und Qeschichtsunterricht 1911; QGrupp, Zur Philosophie der Geschichte in Hist.-poL Bl&tter 119 (1897) 513 ff.

Unter den Voraussetzungen, welche das kritisch historische Arbeiten im allgemeinen verlangt, haben wir vor allem eine groBe Wahrheitsliebe, die Objektivitat oder die Freiheit von Vorurteilen und von ungeordneten persönlichen Affekten sowie eine gesunde kritische Urteilsfahigkeit hervor (n. 47 f; vgl n. 322 f). Bei der innern Verknüpfung der Tatsachen werden dieselben Eigenschaften vom Kritiker in besonders dringlicher Weise gefordert, weil bei dieser Funktion der Methodik mehr denn bei den übrigen die Gefahr der Verletzung der objektiven Wahrheit besteht Namentlich sind es die Vorurteile und die falschen Weltanschauungen, welche eine objektiv richtige innere Verknüpfung der Tatsachen hindern. Es seien deshalb einige Ausffihrungen über die Notwendigkeit der Freiheit von Vorurteilen und die Notwendigkeit einer richtigen Weltanschauung hier beigeffigt

453. i. Freiheit von Vorurteilen. 1. Die Grundbedingung jeder Kombination historischer Tatsachen ist, daB man sich einzig von der objektiven Ordnung der Dinge leiten und nicht durch irgendwelche vorgefaBte Meinungen, die wir auch Vorurteile nennen, irreführen laBt Unter Vorurteilen verstehen wir des nahern einseitige oder falsche, gleichsam zur Gewohnheit gewordene Bewertungen der eigenen und der uns umgebenden Güter. Sie lenken und modifizieren vielfach alle Vorstellungs- und Urteilsbildung, so daB diese leicht getrfibt und gefalscht wird.

2. Die Ursachen ffir die Vorurteile liegen teils in der persönlichen Eigenart des Menschen, namlich in seiner geistigen Veranlagung, seinem Temperament und seinem Affektleben, teils in einer einseitigen Erziehung oder dem EinfluB seiner Umgebung. Haufig sind die Vorurteile mit Unkenntnis der ihren entgegenstehenden Wahrheiten oder Tatsachen verbunden. Sie betreffen sowohl das rein geistige als auch besonders das religiöse und nationale Leben der Menschen. Am fietsten eingepflanzt sind durchweg die durch frühe Erziehung und durch den EinfluB der Umgebung erworbenen Vorurteile, weil diese im

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