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Die alteren Geschichtsquellen aus dem Kloster Egmond, erzahlende wie urkundliche, bedürfen dringend einer erneuten allseitigen Untersuchung auf ihre Echtheit und Glaubwürdigkeit. Das kann niemandem verborgen bleiben, der sich naher mit ihnen befaBt.

Die Schwierigkeiten eines solchen Unternehmens sind nicht gering. Von den Egmonder Annalen, dié unter den erzahlenden Quellen voranstehen, ist zwar die Originalhandschrift noch vorhanden; aber ihr Zustand ist ein sehr ungünstiger und komplizierter, weil aus ihrem ursprünglichen Bestand bald nachher ein groBer Teil entfernt und durch neue Blatter ersetjt worden, ein anderer Teil in neuerer Zeit durch Brand vernichtet und nur aus neuerer Abschrift zu erganzen ist.

Besser steht es mit der Egmonder Chronik, deren Text uns, obwohl nur in Abschriften seit dem 14. Jahrhundert überliefert, unversehrt erhalten ist. Dagegen stellen uns die übrigen erzahlenden Quellen, der sogenannte Evangelientext, das Grafenregister, die Heiligenleben, der Bibliothekskatalog und ein bis in die Zeit des Abtes Lubbertus I (1206—1226) herabgeführtes Urbar, samtlich nur in Abschriften des 15. und 16. Jahrhunderts vorliegend, vor verwickelte quellenkritische t'robleme.

Vier Königsurkunden von 889, ,922, 969 und 985 sind gleichfalls nur in Abschriften des 14.—16. Jahrhunderts vorhanden. Gunstiger ist es mit der Überlieferung der Privaturkunden bestellt. Von den fünf Grafênurkunden von 1083, 1108, 1116, 1162 und 1174 liegen zwei, darunter die von 1083, das am meisten umstrittene Stück des Egmonder Archives, in (angeblichen) 'Originalen vor. Auch das Privileg des Papstes Innocenz II. von 1140 und zwei Bischofsurkunden von 1143 und 1147 besitjen wir in Criginalen oder angeblichen Originalen, und nur bei vier Abtsurkunden des 12. Jahrhunderts

Oppermann, Untersuchungen zur nordniederlündischen Geschichte. 1

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