Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

nach aus die Mosel überschritten, um Köln zu belagem; an dem Widerstande gegen ihn war Erzbischof Reinald, der sich in Italien beïand, nur indirekt beteiligt, und von einer Erniedrigung des Pfalzgrafen zum Range einesReichsministerialen kann gar keine Rede sein, da er zu Pfingsten 1165 an den Würzburger Beschlüssen beteiligt und, nach erneutem Zerwürfnis mit Kaiser und Erzbischof, bereits im Mai 1168 wieder auf dem Würzburger Hoftag anwesend war.

Ganz allgemein ist eine starke Vorliebe für das Mirakulöse und daran anknüpfende moraüsche Betrachtungen für F kennzeichnend. Von F rührt denn auch der Bericht zu 1167 über die Geburt eines miBgestalteten Lammes in Egmond her sowie die Erörterungen, die sich zu 1167 und 1168 daran anschlieBen.

Noch ist darauf hinzuweisen, daB sich in der ersten Niederschrift von C kein Beleg für die Numerierung gleichnamiger Grafen findet. Erst nachtraglich hat C, wie auch aus dem Apparat bei Perg ersichtlich ist, zu 988, 1039, 1049, 1076, 1091, 1159, 1161, 1162 die Ordnungszahlen hinter den Grafennamen eingetragen. Die durchlaufende Zahlung der hollandischen Grafen von Dietrich I. ab aber, die zu 1168 in der Bezeichnung Florens' III. als decimus comes erscheint, hat erst F in die Annalenhandschrift eingeführt. Die Bezeichnung Florens' III. als decimus comes zu 1203 stand somit keinesfalls im D-Text.

Damit glauben wir den Anteil, den C, D und F an der Abfassung der Annalen gehabt haben, im wesentlichen bestimmt zu haben, und es laBt sich nun zusammenfassend folgendes sagen:

Die ursprünglichen Egmonder Annalen sind um 1175 von C verfaBt. Er hat die von 790—874 laufenden Xantener Annalen in einer Niederschrift des 11. Jahrhunderts seinem Werke eingefügt und als Quellen für dasselbe Regino, Liutprand und Sigebert mit einem Teil der Annalen von Blandigny benutrt sowie ein Utrechter Annalenwerk, das auf den Annalen von St. Marien zu Utrecht und wahrscheinlich reichsannalistischen Berichten von Aachener Herkunft beruhte. Teilweise aus Regino stammen auch die Randglossen, durch die C selbst

Sluiten