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die erste Halfte des Berichtes zu 1143 (Anno MCXLIII

summa reverentia tractare divina) in § 17 der miracula.

DaB das Quellenverhaltnis so und nicht umgekehrt liegt, beweist die Bezeichnung Dietrichs VI. als nonus comes in §17, die sich in dem Annalenbericht von 1143 nicht findet. Dieser Sachverhalt ist entscheidend nicht nur für die Zugehörigkeit des § 17 zum ursprünglichen Text der miracula, sondern auch für ihre Entstehungszeit. Sie können erst nach den Egmonder Annalen von F entstanden sein.

Und zwar spricht für die Verfasserschaft von F selbst auBer dem hier oben dargelegten Zusammenhang der miracula mit dem F-Text der Annalen auch stilistische Verwandtschaft, die nicht nur an den von diesem Text unmittelbar abhangigen Stellen bemerkbar ist. Man vergleiche zum Beispiel zu den oben (S. 36 f.) angeführten Stilproben miracula § 6: Gar-

brandus ad omne opus bellicum strenuus, pede manu

ad agendum, ad discurrendum facilis.

Allerdings berufen sich die Mirakel an mehr als einer Stelle auf Augenzeugen. Gleich eingangs versichert der Verfasser, er gedenke Wunder zu berichten vel quae ipsi vidimus vel venerabilium virorum adhuc superstitum certa relatione comperimus.

Da das § 2 erzahlte Wunder sich kurz vor dem Tode des Abtes Stephan (3. Januar 1106) ereignet haben soll, so müBte die Aufzeichnung spatestens um die Mitte des 12. Jahrhunderts erfolgt sein. Dasselbe müBte von dem §§ 4—7 erzahlten, angeblich unter Abt Adalhard (f 1120) geschehenen Wunder gelten; denn die Schicksale des mit Lahmheit geschlagenen Garbrandus erzahlt der Verfasser quemadmodum nobis qui eum sanum et invalidum cognoverunt contestantur (vgl. Pijnacker Hordijk a. a. O. S. 159). Um dieselbe Zeit ereignete sich ein Mirakel, von dem der Verfasser in § 8 sagt: quod ex relatione cuiusdam senioris nostri, viri religiosissimi, cognovimus; cuius auctoritati non credere, cum vita eius auctoritas et laus dei sit, nefas putamus.

Nun sind Berufungen auf Augenzeugen in der hagiographischen Literatur, wie jedermann weiB, schon an sich mit der gröBten Vorsicht aufzunehmen. In diesem Falie aber

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