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Unter den Büchern, die Abt Stephan (f 1106) schreiben lieB, finden sich im Katalog verzeichnet (S. 145): gesta Francorum cum vita Karoli. Nach S. Muller (Cartularium S. IX) ist darunter die spater mit den Egmonder Annalen verbundene Handschrift zu verstehen, die auBer Einhards vita Karoli magni eine prosapia regum Francorum und die Chronik des Regino von Prüm enthalt. Ich halte das in der Tat für wahrscheinlich, aber diese Handschrift bef and sich, wie unten (Kap. VII 2) darzutun ist, noch unter Bischof Andreas in Utrecht.

Endlich ein letter Punkt. Unter den angeblich zur Zeit des Abtes Ascelinus, also spatestens 1129, geschriebenen Büchern kommt die um 1127 entstandene Abhandlung Bernhards von Clairvaux De libero arbitrio vor.

Wie soll man sich erklaren, daB dies Werk eines Cisterciensers unmittelbar nach seiner Entstehung in einem nordniedertöndischen Benediktinerkloster abgeschrieben wurde, obwohl doch die Cistercienser bekanntlich nicht vor dem legten Drittel des 12. Jahrhunderts in den nördlichen Niederlanden FuB gefaBt haben!

Nach alledem laBt sich sagen: die Angabe des Bibliothekskataloges, unter Abt Ascelinus habe der Mönch Friedrich auBer einer langen Reihe von anderen Büchern schreiben lassen vitam sancti Adalberti/et sancti Yeronis in uno volumine, hat angesichts der Ergebnisse unserer Untersuchung der beiden Heiligenleben keinerlei Anspruch auf Glaubwürdigkeit. Vielmehr steht diese Angabe mit innen offenbar in einem bewuBten Zusammenhang; sie soll den Anschein höheren Alters verstarken, den namentlich die miracula s. Adalberti in trügerischer Weise durch erdichtete Augenzeugen zu erwecken suchen.

Der Mönch Friedrich erscheint in den Schriften von F auch sonst. Er ist der Held des angeblich bei der Kirchweih von 1143 geschehenen Wunders, über das F in die Egmonder Annalen einen ausführlichen, auch in die miracula s. Adalberti übergegangenen Bericht eingeschoben hat. Ferner liest man in dem Urbar des Liber s. Adalberti, auf das unten

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