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erscheint es ganz allmahlich wührend der zweiten Halfte des 12. Jahrhunderts.

Die vorgeschrittene, eigentümlich spige diplomatische Minuskel von OB I 89 erklart sich aber durch den EinfluB einer Vorlage. Es ist dies das Originalprivileg des Papstes lnnocenz II. vom 29. Febr. 1140 Jaffé 8083 = OB I 122 (hier irrig zu 1139 angesetjt).

Die oblongierte Schrift von OB I 89 mit den überhöhten Oberlangen, die Formen des g und s sowie des unzialen d, das dem Schreiber nicht gelaufig ist und von ihm nur geIegentlich verwendet wird (Theodericus Z. 3, dimidium Z. 4, Hemstede, ad Z. 5, hureslede Z. 6), das dem Schreiber gleichfalls nicht gelaufige und daher erst in den letrten Zeilen auftretende Auseinanderziehen der Ligaturen ct und st, endlich das auseinandergezogene Amen am SchluB bedeuten, alles zusammengenommen, eine graprnsche Verwandtschaft mit dem Papstprivileg, die man nicht unbeachtet lassen kaniL^

So würde sich für die Schrift das Jahr 1140 als Frühgrenze ergeben.

Noch weiter wird sie dadurch herabgerückt, daB von derselben Hand wie die Urkunde OB I 89 die des Propstes Balduin von St. Marien zu Utrecht von 1169 Brom 461 herrührt, deren Original im Reichsarchiv zu Utrecht beruht. Der Schreiber dieser Urkunde ist also spater in das Kloster Egmond eingetreten; nicht vor 1169 kann die Schrift von OB I 89 angesetjt werden.

Für vergleichsweise spate Entstehung spricht auch der Siegelbefund. Er kann ja im allgemeinen, da das Siegel auch nachtraglich angebracht worden sein kann, zur Altersbestimmung einer Urkunde nicht herangezogen werden. Allein in diesem Falie sind die Formen eines feierlichen Privilegs so sorgfaltig gewahrt und ist die Besiegelung so nachdrücklich angekündigt (hanc cartam conscribi fecimus et benevolentie dilectionisque nostre sigülo corroborari), daB man nicht wohl annehmen kann, die Urkunde sei zunachst unbesiegelt geblieben.

Das rechts unten aufgedrückte Siegel zeigt den Grafen un-

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