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gewaffnet auf nach rechts steigendem Pferde, die Rechte verdeckt, in der angezogenen Linken die Zügel haltend. Die Umschrift, vomJBild durch einen Kreis getrennt, lautet: f THEODERIC' Dl VIRTVTE HOLLANDENSIS COMES. In „Theodericus" sind T und rundes H ligiert; in „dei" ist der Abkürzungsstrich durch den Schaft des D gezogen, in „comes" das O klein in das C hineingeschrieben. Das alles ist höchst ungewöhnlich.

Auch das Siegelbild ist durchaus ungewöhnlich. Die echten Siegel der hollandischen Grafen Florens III. (1157—1190), Dietrich VII. (1190—1203) und Wilhelm L (1203—1222), von denen Kluit in seiner Historia critica II Tafel III, V, IX, X, XI, XII Abbildungeii bietet, zeigen den normalen Typus eines in gestrecktem Galopp nach rechts sprengenden gerüsteten Ritters, der das Schwert in der erhobenen Rechten, den Schild in der angezogenen Linken halt.

Dasselbe Bild begegnet auf allen Siegeln der Grafen von Flandern von 1065 ab, wie die Abbildungen bei Vredius, Sigilla comitum Flandriae (1639) erkennen lassen; nur Wilhelm Clito (1127) tragt statt des Schwertes eine Fahne in der Rechten *).

Dèr nach links laufende ungewaffnete Reiter auf dem Siegel von OB I 89 ist also unter allen Siegeln der Grafen von

') Das bei Demay, Inventaire des sceaux de la Flandre I (1873) S. 24 Nr. 134 beschriebene Reiter-Siegel Roberts des Friesen an einer Urkunde von 1076 für Saint:Amé zu Douai, das, obwohl aufgedrückt, mit einem Gegensiegel versehen ist, ist 1914 von Prinet (Le Moyen age 2. série t. XVIIIS. 303 ff.) als unecht erwiesen worden. Abbildung des Siegels bei Prinet a. a. O., des Gegensiegels bei Demay a. a. 0. S. 22/23. Der Ansicht von Prinet, daB die Urkunde selbst, die bei Champollion-Figeac, Documents historiques inédirS in (1847) S. 441 f. gedruckt ist, gleichwohl echt sei, vermag ich nicht beizutreten. Die Schrift des im Staatsarchiv zu Lille beruhenden angeblichen Originals, von dem mir eine Photographie vorliegt, ist nachgezeichnet. DaB auch der Inhalt gröBtenteils unecht ist, würde der Vergleich mit dem Diplom des Königs Philipp I. von Frankreich von 1076 bei Prou, Recueil des actes de Philippe I. (1908) S. 207 ff. Nr. 81 auch dann ergeben, wenn dieses unzweifelhaft echt ware, worüber ich einstweilen nicht urteilen kann.

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