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Holland bis 1222 und allen Siegeln der Grafen von Flandern eine vereinzelte Erscheinung.

Ehe wir zur Prüfung der inneren Merkmale von OB I 89 übergehen, müssen wir eine vorlaufige Bemerkung über die beiden nur absehriftlich überlieferten Urkunden des Grafen Florens II. von 1108 und 1116 OB I 98 und 103 vorausschicken. Sie stimmen im Diktat auf weite Strecken wörtlich mit OB I 89 überein und weisen auch manche der hier begegnenden befremdlichen Einzelheiten auf. Beides wird weiter unten des naheren zu erörtern sein. Diese beiden Urkunden könnten,- wenn sie echt waren, zur Widerlegung mancher Bedenken angerufen werden, die sich gegen OB I 89 erheben. Doch gedenken wir weiter unten darzutun, daB OB I 98 und 103 Falschungen sind. Sie können also bei der Untersuchung, die uns hier zunüchst beschaftigt, ganz auBer Betracht bleiben.

Von den inneren Grimden, die gegen die Echtheit von OB I 89 sprechen, sind drei von Pols (a. a. O. IV 142, 144 ff.) geltend gemacht worden. Der an der Spige der Zeugen aufgeführte, erst 1106 verstorbene Abt Stephan wird in der Narratio als Stephanus bone memorie abbas Ekmundensis ecclesie erwahnt, und die nicht vor 1095 verstorbene Mutter Dietrichs V. als bone memorie Gerthrudis. Der Aussteller der Urkunde, Graf Dietrich V., sagt von sich: huius Florentii filius fui ego quartus Theodericus, so daB er also nicht nur sidj selbst in die Vergangenheit verlegt, sondern auch den alteren Bruder seines Vaters Florens L j Dietrich IV., unberücksichtigt laBt. In der Datierung wird mit den Worten „regnante IIIIto Heinrico vigesimo octavo anno imperii sui" von Heinrichs Kaisertum gesprochen, das ihm erst am 31. Marz 1084 zuteil wurde.

Zu dem ersten Punkt ist allerdings zu bemerken, daB der Ausdruck „bone memorie" zwar gewöhnlich, aber keineswegs ausschlieBlich von Verstorbenen gebraucht wird. H. Wibel hat Westdeutsche Zeitschrift XXXI (1912) 173 Anm. 25 eine ganze Anzahl echter Urkunden zusammengestellt, die mit den Worten „bone memorie", „digne memorie" oder „pie

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