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schon 1887 von Fockema Andreae in einer Sitjung der Akademie erhoben worden (Verslagen en Mededeelingen der Ak. van Wetenschappen 3. reeks V 47). Da er jetjP'an so autoritativer Stelle wiederholt wird, bin ich genötigt, folgendes zu bemerken. Die Unterscheidung von carta und notitia stammt wie bekannt von Brunner. Er hat sie stets nur für die frankische Zeit gemacht, und schon für diese ist es nicht angangig, auch auf die urkundliche Form diese juristische Unterscheidung anzuwenden. Vollends undurchführbar ist sie für die spateren Jahrhunderte, wie jedermann WeiB, der sich naher mit Urkunden befaBt hat. Schenkungs- und Bestatigungsurkunden, die im Praeteritum gefaBt sind, müssen deshalb keineswegs als Beweisurkunden einer schon vorher erfolgten rechtskrüftigen Handlung ausgefertigt sein. Vielmehr ist in sehr vielen Fallen die Übergabe der besiegelten Urkunde an den Empfanger als die rechtlich entscheidende Handlung vorauszusetjen. Ich befinde mich mit dieser Auffassung im Einklang mit dem Diplomatiker O. Redlich, Mitteilungen des Instituts für österr. Geschichtsforschung VI. Erganzungsband (1901) S. 15 und den Juristen Alfred Schuitje, Zeitschrift für Privat- und öffentliches Recht XXII (1895) 104 ff. und Frhrn. von Schwind, Mitteilungen des Instituts f. öst. GF. XXXVII (1917) 19 f. Dieser sagt: „Wenn man über Brunner hinaus, generalisierend den Gegensafe von beiden Urkundenarten auf diplomatischem Gebiet verwerten will, dann, glaube ich, wird man sich groBe Zurückhaltung auferlegen müssen, und es wird für die Diplomatik nicht viel mehr übrigbleiben als der Gegensajj von Urkunden, die wie Verfügungen, und solchen, die als Berichte gefaBt sind, wobei die juristische, viel schwierigere Frage, ob die ersteren wirklich dispositive Urkunden sind oder nicht,- einen diplomatischen Stügpunkt weder gewahrt noch empfangt". Im vorliegenden Falie nennt sich die Urkunde OB I 89 selbst nicht nur nostre concessionis auctoritas, sondern auch preceptum. Die Selbstbezeichnung in Sanctio und Corroboratio ist, wie gleichfalls allgemein bekannt ist, entscheidend dafür, wie der Aussteller selbst seine Urkunde beurteilte. Wie man also behaupten kann,

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