Geen zoekvraag opgegeven

Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

Man erhalt durch das alles den Eindruck, daB das Urbar so, wie wir es besigen, erst unter Abt Lubbertus I. zusammengestellt ist. Dafür laBt sich auch eine sprachliche Beobachtung anfflhren. In Teü VI 2, XI 2 und XIV begegnen wiederholt die Ausdrücke „falcare" und „falcacio" (S. 24: pratum fenarium ultra Sigodessloth, quantum viginti sex homines in una die falcare possunt, et dimidiam falcacionem unius hominis; S. 31: terra fenaria ... quantum possunt viginti

A.d. MCXLVIII ecclesia s. Johannis in Traiecto comburebat et pro reparatione ecclesie cum consensu pape et episcopi Traiectensis vendidit incolis de Berghe et quinque scabinatibus in Schoerle omnes decimas. In signum veritatis et perpetue memorie dabunt capitulo predicto loco decimarum denarium decimalem de predictis seminalibus etc. Acta sunt hec regnante Herberto episcopo et Theoderico comité Hollandie nono.

Einen von der Egmonder Überlieferung unabhangigen Beleg für die Zahlung der hollandischen Grafen von Dietrich I. ab bedeutet dieser Akt nicht. Die Gemeinden Schoorl und Bergen haben im Jahre 1188 mit dem Abt von Egmond in Verbindung gestanden und an ihm einen Rückhalt gegen die Ansprüche des Utrechter Johannisstifts gefunden. Ein zweiter, auf dieselbe Weise wie der von 1148 überUeferter und OB I 129 gleichfalls abgedruckter Akt lautet: Item datum est magnum litigium inter capitulum s. Johannis et burones de Schoerle et Berghe de denario decimali, quod anno domini MCLXXXVIII pacificatum est per abbatem Egmondensem et decanum eiusdem capituli.

Der Akt von 1148 kann also in Egmond aufgezeichnet worden sein. Er kann aber so, wie er vorliegt, auch nicht dem Jahre 1148 entstammen; denn die quinque scabinatus in Schoorl wurden in dieser Zeit in den friesischen Gebieten eine ganz vereinzelte Erscheinung sein. Die Bezeichnung entspricht den Zustanden des 13. Jahrhunderts; nach einer Urkunde von 1252 (OB I 578) hat Simon von Haarlem undecim fundos jacentes infra scabinatum de Haarlem verlehnt. Auch daB der Verkauf der Zehnten cum consensu pape et episcopi Traiectensis solle geschehen sein, ist wenig glaubwürdig; die papstliche Zusömmung zu einem derartigen Rechtsgeschaft wurde im 12. Jahrhundert gleichfalls ganz vereinzelt dastehen. Wir halten demnach den Akt von 1148 für eine Falschung, die in Egmond als Waffe gegen die Ansprüche des Utrechter Johannisstiftes angefertigt wurde. Als Quelle können die Egmonder Annalen oder auch die von diesen benutten Annalen von St. Marien gedient haben, die beide zu 1448 den Brand der Utrechter Johanniskirche berichten.

Sluiten