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Nach dem verfülschten Diplom OB I 26 hat Graf Dietrich I. von Karl dem Kahlen die Egmonder Kirche mit allem Zubehör erhalten, und die vita s. Adalberti sagt von Dietrich I. (§ 13), daB er den Ort Egmond wie spater seine Nachkommen zu eigen besaB. Die donatio der Egmonder Kirche steht nach den unechten Urkunden OB I 98 und OB I 103 schon von den Vorfahren des Grafen Florens II. her den hollandischen Grafen zu. Dementsprechend ist die Gründungsgeschichte des Klosters und die Überlieferung über seinen Heiligen vom Falscher umgestaltet. Es war im Sprengel einer dem Kloster Echternach zustehenden Pfarrkapelle gegründet und von Erzbischof Egbert mit Reliquien des hl. Adalbert ausgestattet worden; erst Abt Adalhard (f 1120) hatte beim Kloster selbst eine Pfarrkirche errichtet, erst Graf Dietrich VI. durch einen Vertrag von 1156 die Ansprüche des Klosters Echternach auf die Egmonder Pfarrrechte endgültig abgelöst. Der Falscher aber stempelte die Kapelle beim Rorikspüg zu Oesdom zu dem Kirchlein, in dem der hl. Adalbert begraben liege, erfand eine Translation desselben in die Egmonder Pfarrkapelle durch Graf Dietrich I. und von da in die Egmonder Klosterkirche tlurch Graf Dietrich II. sowie eine Reihe von Wundern, insbesondere solche, die der Heilige an Egbert und seiner Schwester Erlinda gewirkt hatte. Durch das Grafenregister und die Urkunde OB I 89 wurden ferner die Mitglieder des Grafenhauses von Dietrich I. bis auf Dietrich V. durch eine lückenlose Kette von Schenkungen mit dem Kloster verknüpft und so die Periode des Verfalls und der Entfremdung, die es im 11. Jahrhundert durchgemacht hatte, überdeckt. Demselben Zwecke dienen die erfundenen Begrabnisnachrichten des Grafenregisters.

Das 1140 begründete Eigentumsverhaltnis des Klosters zur römischen Kirche erschien dem Falscher aber nicht erwünsdit. Im Sinne einer antikurialen Tendenz des Annalisten C wird man die Berichte zu 1138 und 1139 deuten dürfen. Für sie ist, wie oben (S. 23) schon bemerkt wurde, das papstliche Privileg vom 26. Februar 1140 herangezogen worden, welches die Übertragung der Klöster Rijnsburg und Egmond in das

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