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Schiedsvertrag dem Grafen Ludwig zugesprochen worden, aber als Lehn des Bischofs von Utrecht, in dessen Pfandbesit} sie bleiben sollte, bis der Graf alle Bedingungen des Schiedsvertrages erfüllt haben würde. Er ist niemals in den Besitj der Grafschaft gelangt; aber auch sein Gegner Graf Wilhelm, der 1209 und 1210 als comes Hollandie urkundet, ist in diesen Jahren nur in Zeeland nachweisbar; das ihm der Schiedsspruch von 1206 nebst dem Gebiet um Geertruidenberg als flandrisches Lehn zugewiesen hatte.

In Holland regierte Aleidis von Kleve, die Witwe des Grafen Dietrich VIL, als Verwalterin des Erbes ihrer beiden Töchter. Eine ansehnliche Gruppe unter den hollandischen Edeln hatte schon 1204 gegen Wilhelm Partei ergriffen.

Wie allenthalben so sind auch hier die territorialpolitischen und dynastischen Gegensafee in den weltpolitischen Kampf zwischen Imperium und Sacerdotium verflochten. Der welfische Kaiser Otto, bei Lebzeiten des Staufers Philipp der Günstling der Kurie, hatte im November 1210 den Bann des Papstes Innocenz HL auf sich herabgezogen, der ihm 1211 den jungen Staufer Friedrich entgegenstellte. Die politische Lage in den Niederlanden wird durch einen Vertrag beleuchtet, der 1212, und zwar vor dem 4. Oktober, zwischen Dietrich von Altena und Jonann von Heusden geschlossen worden ist (OB I 228; Brom 617 irrig zu 1211). Er ist datiert regnante Ottone annoque imperii sui tertio, pape urbis Rome anno tertio, sub Theoderico archiepiscopo Coloniensi et Theoderico Traiectensi episcopo et duce Brabantie Henrico. Zu Kaiser Otto halten demnach auBer Erzbischof Dietrich von Köln, dem seit April 1212 der früher abgesetrte Erzbischof Adolf als Parteiganger der Staufer gegenüberstand, Bischof Dietrich von Utrecht und Herzog Heinrich von Brabant. Ebenso Dietrich von Altena und seine Bürgen, Albert von Kuik (der Graf von Utrecht) und Rutger von Merhem; Dietrich und Rutger gehören zu den vornehmsten Lehnsmannen der Grafschaft Holland. Kennzeichnend für die Stimmung in diesen Kreisen ist, daB vom Verfasser der Urkunde Innocenz III. papa urbis Rome genannt und als soldier von

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