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Die Verehrung der Reliquien des hl. Adalbert, mit denen Erzbischof Egbert von Trier das Kloster ausgestattet hatte, war um 1176 von dem Egmonder Annalisten C, der Beziehungen zu dem Propst von St. Marien zu Utrecht Balduin von Holland hatte, zu dem Kultus eines in Egmond ruhenden nordhollandischen Glaubensboten ausgestaltet worden, dessen Leichnam, schon von Graf Dietrich I. erhoben, auch an Mitgliedern des graflichen Hauses seine Wunder gewirkt hatte. Neue Mirakel hatte um 1214 ein Egmonder Priestermönch (F) hinzugefügt, der als Kaplan im Dienste des Grafen Wilhelm I. stand. Diese ganze Entwicklung der Adalbertslegende fallt in eine Zeit, wo sich die grafliche Politik im Gegensag zur Kurie bef and; sowohl um 1176 wie um 1214 ist in der Egmonder Uberlieferung das Bestreben bemerkbar, das seit 1140 bestehende Eigentumsverhaltnis des Klosters zum römischen Stuhle zu verwischen, Zwar wurden die Beziehungen zu ihm, wie wir sahen, schon 1215 wieder angeknüpft; aber der Verehrung des hl. Adalbert hat er sich zunachst nicht angenommen. Das geschieht erst unter Abt Lubbertus II. Als dieser in Lyon von Papst Innocenz IV. das groBe Privileg vom 5. Juni 1246 Potthast 12144 = OB I 424 erwirkte; ward ihm zugleich ein vom vorhergehenden Tage datierter AblaBbrief zuteil, Potthast 12142 = OB I 423. Der Papst richtet darin an die ganze Christenheit die Aufforderung, quatinus ad monasterium s. Adalberti in Egmunda ordinis s. Benedicti Traiectensis diocesis, cuius corpus ut dicitur requiescit ibidem, imploraturi a domino veniam delictorum in humilitate spiritus accedatis ... Omnibus vere penitentibus et confessis cum debita reverentia et devotione illuc in festo eiusdem confessoris accedentibus annuatim viginti dies de iniuncta sibi penitentia misericorditer relaxamus.

Es waren die Tage kurz nach der Wahl des Gegenkönigs Heinricfi Raspe, in denen die Kurie mit allen ihr zu Gebote stehenden geistlichen und materiellen Machtmitteln die staufische Herrschaft in Deutschland unterwühlte. Auf das reichlichste wurden denen, die dieser Agitation ihr Ohr liehen, kirchliche Gnaden zuteil. Diese Verhaltnisse sind auf

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