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diplomatische Minuskel, die an den vielgestaltigen, oft ganz barock ausgefallenen Formen der einzelnen Buchstaben ohne weiteres als nadigezeichnet zu erkennen ist. Von einer Besiegelung fehlt jede Spur. Zur Kontrolle des Inhalts kann uns eine Stelle der Gesta abbatum Trudonensium (MG. SS. X 281) dienen, die nach dem Vorgang von Piot auch Blok angeführt hat, doch ohne daB er mit ihr etwas anzufangen gewuBt hatte. Denn sie spricht nicht für, sondern entscheiTJend gegen die Echtheit der Urkunde OB I 90; weder deren auBere Merkmale, noch ihr Inhalt sind mit den Angaben der Gesta in Einklang zu bringen. Nach diesen ist unter Bischof Konrad (f 1099) die bis dahin vom Kloster SaintTrond besessene Kirche zu Aalburg durch Synodalurteil dem Bischof zugesprochen worden, der sich aber gegen eine Geldsumme hat bereit finden lassen, auf sie zu verzichten; das ist jedoch nur durch einfache mündliche Willenserklarung geschehen. Konrads Nachfolger Bischof Burkhard hat deshalb die Kirche, da sie nach Sendrecht nicht restituiert war, durch Synodalurteil sich wieder zusprechen lassen. Abt Rudolf hat sich infolgedessen nach Utrecht begeben und mit Unterstütjung des Klostervogtes Grafen Florens von Holland am St. Johannistag durch ein neues Urteil die Restitution der Kirche erlangt. Darüber ist- eine von Bischof Burkhard besiegelte Urkunde ausgefertigt worden.

OB I 99 weist wie bemerkt keine Spur einer Besiegelung auf, kann also schon deshalb nicht die von den Gesta angeführte Urkunde sein. Und was den Inhalt von OB I 99 angeht, so sagt Bischof Burkhard: ecclesiam de Alburc, que est s. Trudonis, in qua mihi aliquid episcopalis iuris esse videbatur, per dominorum suorum negligentiam et advocati mei Willelmi bannum advocato suo Florentio comiti de Hollant et abbati eiusdem loei s. Trudonis Rudolfo absolutam ab omni culpa et proclamatione liberam restitui, exfestucavi et ipsum WilléTmum advocatum meum bannum, quem de ea se accepisse dicebat, exfestucare feci. Nach dieser Darstellung ist also das Recht des Bischofs auf die Kirche zu Aalburg nur ein scheinbares; es ist durch die Nach-

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