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der Vertrag des Grafen Philipp von Flandern mit Florens UI. von Holland von 1167 OB I 147, an dem die Siegel Philipps, seines Sohnes Dietrich und Florens'.III. hangen (beschrieben und abgebildet bei Kluit, Historia critica II S. 193 f. und Tab. III) ist eine flandrische, keine hollandische Urkunde, und ebenso der von Philipp und Florens besiegelte, nur abschriftlich überlieferte Vertrag von ca. 1180 OB Supplement No. 17. Sind die undatierten Urkunden des Grafen Florens III. für die Abtei ter Does OB I 167. 168. 170 mit Hüngesiegeln versehen, was ich nicht sagen kann, so würde auch dies nur für flandrischen, nicht für hollandischen Brauch beweisend sein. Denn es sind Empfanger-Ausfertigungen, wie die Ubereinstimmung des Diktates von OB I 168 mit der Urkunde des Grafen PhUipp von Flandern OB 1169 beweist. Erst unter Dietrich VII. (1190—1203) sind Hangesiegel in der hollandischen Kanzlei nachweisbar gebrauchlich.

• Wir verfolgen nun das Aufkommen des Brauches, mehrere Siegel an einer Urkunde zu befestigen.

Die einzige Urkunde mit mehr als einem Siegel, die mir aus der Zeit vor 1135 in den nördlichen und südhchen Niederlanden bekannt ist, ist die zu Maastricht ausgestellte der Grafin Ida von Boulogne von 1006 für das Kloster Afflighem. Sie ist nur abschriftlich im Kopiar dieses Klosters überiiefert und daraus 1894 von de Marneffe (Cartulaire d' Afflighem S. 13 No. VI) veröffentlicht worden (früher schon bei Miraeus I S. 77).

DaB sie unecht ist, hoffe ich an anderer Stelle darzutun1).

x) Es ist vielleicht nicht ttberflüssig darauf hinzuweisen, daB auch das Testament des Abtes Sugerius von Saint-Denis vom 17. Juni 1137, zu dem 10 Erzbischöfe und Bischöfe ihre Zustimmung bekunden, indem sie ihre Siegel anhangen, unecht ist. Den auBeren Merkmalen nach kann es, wie das Faksimile im Album paléographique ou recueil de documents importants ... réproduits ... par la société de 1'école des chartes (1887) zeigt, auf Originalitat keinen Anspruch machen. In* der Schrift ist namentlich die Ligatur pp ein Anzeichen spaterer Entstehung. Von den 10 Siegeln, die angekündigt und durch in die Plica eingeknfipfte Pergamentstreifen angedeutet werden, ist nur eins vorhanden, das des Erzbischofs Samson von Reims, das zwar zur AnOppermann, Untersuchungen zur nordniederiandischen Geschichte. 14

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