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Geschichte der Marienkirche zu Brügge, die im südlichen Suburbium der Stadt bei einer Brücke über den FluB Reye lag (vgl. den Stadtplan in Pirennes Ausgabe des Galbert von Brügge). Aus einem Briefe des Papstes Gregor VII. an Erzbischof Manasse von Reims von 1075 bei Jaffé, Bibliotheca rerum Germanicarum II (1865) S. 178 erfahren wir, daB diese Kirche seit alter Zeit der Utrechter Domkirche zustand, ihr aber von Bischof Ratbod von Noyon (1066 bis 1098) widerrechtlich entrissen worden war. In der Urkunde von 1091 Miraeus H S. 956 bestimmte dieser, daB die bisher von Bertulfus und Gomarus sub personatu besessene Kirche in ein Kanonikerstift umgewandelt werden solle, dessen Propst Gomarus wurde. Diese Anordnungen wurden nach einigen Wechselfallen am 31. Marz 1101 von Ratbods Nachfolger Bischof Balderich (Miraeus II S. 955) und am 8. April 1105 von Papst Paschalis n. (Miraeus H S. 957 = Jaffé 6021) bestatigt. Die Marienkirche zu Brügge gehörte ursprünglich zum Kirchspiel Sysseele östlich von Brügge, und auf dieses machte in den 1120 er Jahren die Utrechter Domkirche mit Erfolg ihren Rechtsanspruch geltend. Bischof Lambert von Tournai erklürt in einer Urkunde von 1122 (Muller, Cartularium S. 124 No. 81), Traiectensem ecclesiam diu spoliatam fuisse a sua legitima possessione, que est in Sisele, et appendiciis eius, per violentiam quorundam Brugensium clericorum, Bertolfi scilicet et Gummari filii eius. Aus seiner Entscheidung und einer Urkunde von 1116 (Muller, Cartularium S. 142 No. 9; vgl. aber Miraeus II S. 961) ergibt sich, daB das Brügger Marienstift selbst damals bereits dem Utrechter Domkapitel untergeben war, das seinerseits die von Bischof Ratbod vorgenommene Umwandlung in eine Stiftskirche anerkannt hatte.

Für uns ist wesentlich, daB Bertulf und sein Sohn Gomarus auch anderweitig bekannt sind. Bertulf, seit mindestens 1080 canonicus und 1091—1127 Propst von St. Donatian, ist das berüchtigte Haupt der Sippe des Burggrafen Erlembald von Brügge, die 1127 den Grafen Karl den Guten ermordete (vgl. ihren Stammbaum in Pirennes Ausgabe des Galbert

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