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No. 13. Alle drei Spurien sind offenbar gleichzeitig entstanden, und bei dieser Gelegenheit wird auch die Urkunde des Bischofs Ratbod zu ihrer jetjigen Fassung No. 4 verfalscht worden sein.

Wir versucheh uns deutlich zu machen, welche neue Erkenntnis unsere Untersuchung für die altere Geschichte der flandrischen Kapelle und Kanzlei gebracht hat.

Brügge ist als Kastell der Grafen von Flandern, wo Kaufleute und Waren zusammenströmen, schon durch die oft angeführte Stelle der Gesta Cnutonis regis (Encomium Emmae reginae) RI 6 MG. SS. XIX 524 bezeugt. Kastellan von Brügge war schon unter Graf Balduin V. Erembald, der Vater Bertulf s; er erscheint als Zeuge in der Urkunde von Mai 1067 Miraus I S. 511. Gegenüber der Seitenlinie des Grafenhauses, die 1071 mit dem jüngeren Sohne Balduins V., Robert dem Friesen, zur Herrschaft kam, war die Sippe Erembalds von Brügge offenbar sehr unabhangig. Von Bertulf sagt Walther von Therouanne, der 1127 oder 1128 schrieb, in der vita Karoli comitis (c. 14, MG. SS. XII 545): Erat illis temporibus prepositus quidam Brugensis Bertulfus nomine archicapellanus et cancellarius totius Flandrie curie; qui cum immensas arridente sibi seculo congregasset divitias — quippe qui et ex paterna hereditate et principum, Karoli scilicet et antecessorum eius, liberalitate possessiones haberet amplissimas — ne quid temporalis ei deesse videretur prosperitatis, propinquorum, amicorum et hominum suorum, quos innumerabiles habebat turba magna sibi obediente, culmen adeptus est maxime potestatis. Aber Bertulf und sein Vater Erembald sind nicht etwa Vertreter eines aristokratischen GroBgrundbesitjes, sondern aus unfreiem Stande emporgestiegen. Erembald war nach Galbert von Brügge (c. 71, ed. Pirenne S. 115) aus Furnes gebürtig, ist also wohl der Schafzüchter Eremboldus Musolf, der nach einer Urkunde des Grafen Balduin VII. von 1114 (Guérard, Cartulaire de Saint-Bertin S. 254) von einer Schalerei in territorio Furnensi jahrlich 28 Pfund zinste. Jedenfalls muB er kaufmannische Geschafte gröBeren Stiles getrieben haben, so daB er imstande war, die Burggrafschaft Brügge zu kaufen (Galbert a. a. O.).

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