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Die Würde eines Kanzlers von Flandern, die Bertulf nach Galberts Angabe innehatte, hat er offenbar erst nach dem Tode des Grafen Balduin VII. erlangt. Unter diesem,(1111 bis 1119) erscheint in den graflichen Urkunden weit haufiger als Bertulf der cancellarius und notarius Ogerus, der aber mit dem Regierungsantritt Karls des Guten verschwindet und erst nach dessen Ermordung unter Dietrich von ElsaB wieder auftaucht (Reusens a. a. O. S. 105 f.). Unter Graf Karl hat demnach Bertulf selbst, der unter Balduin VII. einmal archicapellanus comitis. genannt wird (Miraeus RI S. 30), das Kanzleramt verwaltet. Er war in dieser Zeit auch Chef der graflichen Zentralverwaltung; denn er hatte die brevia et notationes de redditibus comitis in Verwahrung (Galbert c. 35; vgl. van Houtte, Essai sur la civilisation flamande S. 32).

Die Sippe^ Bertulfs unterhielt Verbindungen mit England. Nach der Ermordung des Grafen Karl erhielt aus seinem Schatze Wilhelm von Ypern, der von England unterstütrte Pratendent, der von Galbert der Mitwissenschaft an der Mordtat beschuldigt wird, von Bertulfs Neffen 500 Pfund englischer Münze (Galbert c. 49, ed. Pirenne S. 78; vgl. ebenda S. 35 Anm. 2). Diese Beziehungen sind begreiflich angesichts der kapitalistischen Grundlage, auf der Bertulfs Reiditum ruhte. Flandern verdankt nach alledem die frühreifen Anfange seiner Territorialverwaltung der frühzeitig kapitalistischen Entwicklung seines Wirtschaftslebens und seiner engen Verflechtung in Handelsbeziehungen zu England.

Bertulfs Nachfolger in der Propstei von St. Donatian, Rodger, ist noch ein Jahr nach seiner Ernennung zum Propst nicht selbst Chef der Zentralverwaltung; als soldier erscheint unter Graf Wilhelm Clito (Juli 1128) der notarius Basilius (Galbert c. 112; vgl. van Houtte a a. O. S. 31). Den Besitj der Kanzlei hat Rodger 1146 von Papst Eugen III. dem Stift St. Donatian bestatigen lassen, und gerade in dieser Zeit nennt er sich in den Urkunden selbst mehrfach cancellarius. Vgl. Coppieters Stochove, Régestes de Thierri dAlsace, Handelingen der Maatschappij van geschied- en oudheidkunde te Gent IV (1902) S. 226, 248 No. 34, 80, 81. Aber schon 1142 hat auch

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