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letzteren als musterhafter Dichter galt. Dharmakïrti der Logiker wird in buddhistischen Quellen durchgangig als der letzte grosse Vorkampfer des Glaubens in Indien und als Zeitgenosse des Kumarila und Qankara vorgestellt. Dieser Umstand, in Verbindung mit der Thatsache, dass Itsing (Ende des 7. Jahrhunderts) ihn gar nicht erwahnt, führt zu der Annahme, er habe im Laufe des 8. Jahrhunderts geblüht. Freilich soll nach einer Behauptung des Scholiasten der Vasavadatta (S. 235 in Halls Ausgabe) das von Subandhu im Texte genannte buddhistische Werk Alankara den Dharmakïrti zum Verfasser haben, doch das kann nicht richtig sein. Denn wenn Dharmakïrti ein Zeitgenosse des Subandhu (c. 600) oder gar alter gewesen ware, so würde er nicht in der Tradition fortleben als der letzte grosse Vorkampfer des Glaubens unmittelbar vor der Zeit des Verfalls; im ganzen 7. Jahrhundert war ja der Buddhismus noch in voller Blüte, wie sattsam aus den Berichten Hiuen Thsangs und Itsings erhellt. Weiter weiss weder Taranatha noch Wassiljew etwas von einem Buche des Dharmakïrti unter obigem Titel. Noch abgesehen davon, dass die Autoritat eines spatern Scholiasten in einer ihm fernliegenden Sache gar nichts zu bedeuten hat, gegenüber der einstimmigen buddhistischen Tradition, liegt die Annahme nahe, dass der Verfasser des Alankara kein anderer gewesen sei als eben der Alankaropadhyaya(Tibetisch: Rgyan-mkhan-po), der zu einer anderen Schule als Dharmakïrti gehort (s. Wassiljew, Buddhismus 1860; p. 290).

Die Sprache und der Stil der Jataka-mala sind derart, dass man die Zeit des Verfassers getrost vor den Anfang des Verfalls der Kunstlitteratur ansetzen darf. Die Slichtheit und Klarheit der Darstellung erinnert an Kalidasa; die Vorliebe für die künstliche Wiederholung derselben Silben mit anderer Bedeutung — nicht zu verwechseln mit auf Doppelsinn beruhenden Wortspielen — dürfte auf eine etwas spatere Zeit als die Mitte des 6. Jahrhunderts hindeuten. Alles zusammengenommen ist die Jataka-mala ein der Blütezeit der Litteratur von etwa 550—650 vollkommen würdiges Kunstwerk, und vorlaufig darf man die Behauptung aufstellen, das Arya £üra in jener Periode gelebt hat oder noch früher.

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