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in Britisch-Neu-Guinea zur Sprache und schliesslich wird angegeben, welche Insein der Salomonen-Gruppe und der Neu-Hebriden für die Abhandlung in Frage kommen.

Nach einer Skizze und zugleich kritischen YVürdigung der verschiedenen Auffassungen über melanesische Wanderungen, wie sie 1912 bei Ethnologen und Linguisten zur Geltung kamen, kommt der Verfasser S. 19 zu der Vergleichung der Sprachen. Es werden unter einander verglichen: die Dialekte der bahasa tanah der Ambonschen Insein und von Ceram, die Sprachen der Barriai-Gruppe, die melanesischen Sprachen der westlichen Papuo-Melanesier von Britisch-Neu-Guinea und die Sprachen der südlichen Salomonen und der nördlichen Gruppe der Neuen Hebriden. Die sogenannte Neu-Guinea-Untergruppe wird der Barriai-Gruppe angegliedert.

Die Priifung der Grammatik entspricht vollkommen dem Zweck, zu dem sie zusammengestellt ist und bietet keine Veranlassung zu Anmerkungen. Sehr anerkennungswert ist, was Friederici über die eigentümliche GenitivKonstruktion in den Sprachen östlich von der von Brandes festgestellten Linie bemerkt, wobei er das volle Verdienst an der Entdeckung durch den verstorbenen hollandischen Gelehrten ins wahre Licht stellt.

Brandes konnte nur die westliche Grenze der besagten grammatischen Eigentümlichkeit feststellen. Jetzt sind wir weiter, und dank dem Verfasser können wir die Linie über Neu-Guinea und Neu-Pommern, westlich von Neu-Mecklenburg und den Salomonen bis zum Ende, westlich von den NeuHebriden, verfolgen. Auf der Uebersichtskarte indonesisch-melanesischer Wanderzüge ist die Linie deutlich angegeben.

DieTatsache, dass man auf einem gewissermassen beschranktenGebiete eine Menge verwandter Sprachen antrifft, welche sich samtlich durch eine syntaktische Eigentümlichkeit von allen übrigen M. P.-Sprachen westlich, nördlich und östlich vom besagten Gebiete unterscheiden, steht fest, aber eine endgültige Erklarung dieses Unterschieds ist noch nicht gefunden. Alles, was man bisher darüber sagen kann, findet der Leser S. 36 ff.

So notwendig eine vergleichende Untersuchung der Grammatik ist, wenn es sich um Feststellung der Sprachverwandtschaft handelt, bedarfsie doch der Erganzung durch die Vergleichung des Wortschatzes. Mit Recht hat Codrington, dessen Ausspruch Friederici mit Zustimmung zitiert, gesagt: «Der Beweis für den verwandtschaftlichen Zusammenhang ist nur dann vollstandig, wenn der Wortschatz der Grammatik zu Hilfe kommt». Freilich muss der Untersucher stets auf seiner Hut sein, damit er nicht Entlehnungen für angestammtes Gut halte und als Beweis anführe. Doch die Gefahr ist nicht so gross, wie man meinen möchte, denn auf einige Missgriffe mehr oder weniger bei der Unterscheidung zwischen ursprünglichen und fremden

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