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Celebes Veranlassung zu einer verkehrten Aussprache. Dieselbe Bemerkung gilt vevene usw. bei Nr. 165.

Nr. 44. Bahasa: kuwat, Ost-Ceram und Bonghia: kuat, stark, kraftig, ist, wie aus der Form ersichtlich, entlehnt, wohl aus dem Mal. Auch ist es ein ganz anderes Wort als matua, usw.: alt. Dies ist identisch mit Altjav. tuha, tua, alt. Matua, fest, stark, scheint wiederum ein anderes Wort, vom Stamme, der Altjav. twas, Sund. töas, Mal. tëras, Batak toras, lagal. tigas lautet und «Harte» bedeutet. Die Möglichkeit, dass Barriai matua, fest, stark, dasselbe Wort wie Alf. matua ist, will ich nicht verneinen, denn die Begriffe «alt» und «stark», wenigstens wenn von Holzdie Rede ist, gehen ineinander über.

Nr. 46. Das Verhaltnis von bahasa rina, Glanz, und dina in Barriai und rina, Feuer in Kilenge, mit sina usw. ist nicht sogleich einleuchtend. Sina ist offenbar identisch mit Fidji sina, Mal. sinar, usw. Dina hangt gewiss damit zusammen. Wahrscheinlich ist das d ein spirantisches d oder daraus entstanden, denn im Fidji ist aus einem ursprünglichen s öfter ein spirantisches d hervorgegangen. Aus d wird leicht r (vgl. besonders auch Barriai tadn, Kobe tari, Motu tadi aus tasik, Nr. 9b). Der Zusammenhang mit Skr. dina, Tag, kommt gar nicht in Betracht.

Nr. 55. Geist eines Verstorbenen, in bahasa nitu, usw. Barriai antu. Hier ist der Ort, zu versuchen, dieFrage zu beantworten, ob wirzwei Varietaten eines und desselben VVortes oder verschiedene Bildungen aus einer Wurzel vor uns haben. Nitu — daran zweifeit niemand — ist dasselbe wie das über das ganze MP.-Sprachgebiet gewöhnlichere anitu.

Im Ngadju-Dajak ist hantu, Leiche, aber auch eine Bezeichnung für böseGespenster; hantuën sindsehrgefürchteteWesen,welchealleArten Krankheiten erregen. Im Alt-Jav. kommt hantu vor in der Bedeutung «gestorben, umgekommen», doch es muss gewiss auch, wie jetzt noch im Jav., ein «böser Geist, ein Spuk» bedeutet haben; hantu griya ist ein Hausteufel; hantu wana ein Waldteufel. Neben hantu besitzt das Alt.Jav. anitu, das ich nur im übertragenen Sinne von Herrschern, die eine Landesplage sind, kenne1. Wiewohl nun im Alt.-Jav. beide Formen vorkommen, brauchen es noch nicht ganz verschiedene VVörter zu sein. Doppelformen sind gar nicht selten. Alles zusammengenommen, neige ich zur Ansicht hin, dass anitu und hantu förmlich und begrifflich sich nahe berühren. Mit Sicherheit lasst sich nichts aussagen, so lange man die Etymologie nicht aufgefunden hat. Die abenteuerliche Vergleichung mit dem Sanskrit hantu, Tötung, Vernichtung, das S. 148 genannt wird, ist fern zu halten.

1 Das Wort fehlt ganz im Kawi-Balineesch Woordenboek, I (1897), S. 53.

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