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S. 74. Es darf hinzugefügt werden, dass das so weit verbreitete Wort natu fiir «Kind» sich wiederfindetimPonosakanundBolaangMongondou in der Bedeutung von «Ei»; und von «Fischlaich» aufTimor undRoti. Man darf daraus schliessen, dass natu einmal zu dem Urbestand der MP.Sprachen gehort hat.

Nr. 95. Mane, mannlich, in Bugotu und Sa'a stimmt merkwürdig zu Rotin. mane, wahrend die verwandte Form maruane bei den PapuaMelanesiern sich anschliesst bei Makass. burane, Balin. muani, etymologisch gleich Malaiisch barani, Alt-Jav. wuani, tapfer. Identisch, auch förmlich, mit mane ist Bima mone, Sumba meni, mini, Sawu momone. Aus dieser Zusammenstellung ersieht man zugleich, wie das ursprüngliche gutturale r in"den betreffenden Sprachen sich entwickelt hat.

Nr. 99. Für «Mund» hat eine der papua-melan. Sprachen boka, das dem italienischen bocca tauschend ahnlich ist, doch selbstverstandlich nichts damit zu tun hat. Dies ist ein warnendes Beispiel, wie Aehnlichkeit ohne weiteres bei Sprachvergleichung nichts bedeutet.

Nr. 102. Das Minah. Wort für «Nacht» lautet wëni (weni), nicht vengi.

Nr. 117. Bahasa pisara reden, ist entstanden aus einer nicht ungewöhnlichen platten Aussprache von Mal. bitj&ra, das seinerseits ein Lehnwort ist aus Sanskrit vicara, Ueberlegung. Es ist nicht verwandt mit Barriai posa, usw.

Nr. 120. In Bezug auf die Wörter für «Sonne» will ich nur bemerken, dass Mal. hari, Tag, welches S. 148 als eine Entlehnung aus dem Sanskrit bezeichnet wird, dies keinenfalls ist, ebensowenig wie dina und hantu. Die Uebereinstimmung zwischen Mal. hari und Sanskr. hari ist rein zufallig, und nicht einmal volkommen, denn das r im mal. Wort ist ursprünglich ein Guttural, wie erwiesen wird aus Balin. hahi, Tag. EineNebenform ist Balin. wahi, Formos. wagi, Tag; Alt-Jav. hyang way, derTagesgott, die Sonne; in etwas jüngerer Form sang hyang we, Sonne, Neu-Jav. sënene, srnerïe.

Nr. 145. Alles was F. über das wichtige Wort «tabu» bemerkt, ist recht interessant. Ich habe dem nichts zuzufügen als den Hinweis auf das Wort tabun im Tjam: «tabou, interdiction religieuse; interdit, prohibé, défendu; malheureux, désastreux»; s. Aymonier-Cabaton, Dictionnaire cam.-francais, p. 179. Es ist überraschend, das Wort so weit im Westen anzutreffen.

Nr. 158. Die Form ama für « Vater» in bahasa, übrigens weit verbreitet und gewiss aus der M.P.-Ursprache stammend, weicht nur im Anlaut von tama im Barriai und fast allen Sprachen der Südsee ab. Merkwürdig nun ist es, dass auch im Favorlang auf Formosa die Form tamau auftritt.Dasselbe Verhaltnis zeigt bahasa ina, Mutter, und tina inderBarriai-Gruppe.

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