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ordert sei. In stolzem Gleichmut hob er den rechten Vorderfuss, leicht nur, als grüsste er einen Gleichgestellten. Hierauf drehte er sich einmal um sich selbst, weil es die Musik so zu erfordern schien. Hierauf trat er sacht mit den Hufen den roten Teppich, setzte plötzlich beim Klang der Tschinellen zu einem verblüffenden, aber edlen und noch im gespielten Uebermut massvollen Sprung an, blieb plötzlich stehen, wartete eine Sekunde lang auf den süssen Ton der Flöte, um dann, da sie endlich kam, ihr zu gehorchen und in einem zarten, geradezu samtenen Trab in lediglich angedeutetem Zickzack den Launen des Orients gleichsam nachzugeben. Eine kurze Weile schwieg die Musik. Und in dieser Zeit der Stille hörte man nichts mehr als den sachten zartlichen Aufschlag der Hufe auf den Teppich. Im grossen Harem des persischen Schahs hatte -—■ soweit er sich erinnern konnte — noch keine einzige seiner Frauen so viel Anmut, Würde, Grazie, Schönheit bewiesen wie dieser Lipizzaner Schimmel aus dem Gestut seiner Kaiser und Königlichen Apostolischen Majestat.

Ungeduldig nur wartete der Schah den Rest des Programms ab: die stille Eleganz der anderen Tiere, die ihm hierauf vorgeführt wurden; ihre graziöse Klugheit; ihre schlanken, wunderbaren, zur Hingabe, Brüderlichkeit, Liebe lockenden Leiber; ihre kraftige Milde und ihre süsse Kraft: der Schah dachte nur an den Schimmel.

Er sagte dem Grossvizir: „Kauf' den Schimmel!"

Der Grossvizir eilte nach den Stallungen. Der Stallmeister Türling aber sagte mit der Würde eines kaiser- und königlichen Ministers: „Exzellenz, wir verkaufen nichts. Wir schenken nur — wenn Seine Majestat, unser Kaiser es erlaubt."

Seine Majestat zu fragen getraute sich keiner.

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