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das hier herrschende Recht zu brechen, ein Mal nur, ein einziges Mal der Wollust des unrechtmassigen Besitzes teilhaft zu werden und die ganz besondere, raffinierte Art der Europaer, der Christen, der Abendlandischen auszukosten. Als der Tanz begann es war zuerst eine Polka — verwirrten sich seine Sinne vollends. Er schloss sekundenlang seine grossen, schonen, goldbraunen unschuldsvollen Rehaugen, er schamte sich selbst der Gier und der Neugier, die er in ihnen leuchten wusste. Alle gehelen ihm. Aber nicht das Geschlecht begehrte er. Er hatte Heimweh nach der Liebe, das ewige mannliche Heimweh nach der Vergötterten, der Göttlichen, der Göttin, der Einzigen. Alle Freuden, die ihm das Geschlecht der Frauen gewahren konnten, hatte er ja bereits genossen. Ihm fehlte nur noch eins: der Schmerz, den nur die Einzige bereiten kann.

Er schickte sich also an, zu wahlen. Immer mehr von den Frauen im Saai schied er aus. Bei der und jener glaubte er, mehr oder weniger verborgene Fehler entdeckt zu haben. Es blieb schliesslich eine, die Einzige: es war die Grafin W. Alle Welt kannte sie.

Blond, heil, jung und mit jenen Augen begnadet, von denen man sagen könnte, sie seien eine merkwürdige Art von Veilchen mit Vergissmeinnichtblick, war sie seit drei Jahren, seit ihrem ersten Ball, der Gesellschaft eine Augenweide, den Mannern ein ebenso begehrtes, wie verehrtes Wesen. Sie gehorte zu jenen Madchen, die in den langstvergangenen Tagen ohne jedes andere Verdienst als das der Anmut Verehrung genossen und Anbetung erwarben. Man sah ein paar ihrer Bewegungen, fühlte sich reich beschenkt und war überzeugt, dass man ihr Dank schuldig sei.

Sie war ein spat gezeugtes Kind. Ihr Vater konnte schon zu den greisen Dienern der Monarchie gezahlt

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