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IX.

Der machtige Herr von Persien, der Herr der dreihundertfünfundsechzig Frauen und der fünftausenddreihundertzehn Rosen von Schiras war nicht gewohnt, ein Begehren, geschweige denn eine Begierde zu unterdrücken. Kaum hatte sein Auge die Grafin W. auserkoren, und schon winkte er dem Grossvizir. Der Grossvizir neigte sich über die Sessellehne. „Ich hab' Dir was zu sagen", flüsterte der Schah. „Ich möchte" — sagte der Schah weiter — „die kleine junge Frau heute, die silberblonde, Du weisst, welche ich meine".

„Herr" — wagte der Grossvizir zu erwidern — „ich weiss, welche Eure Majestat meinen. Aber es

ist, es ist " Er wollte: „unmöglich" sagen, aber

er wusste wohl, dass solch ein Wort das Leben kosten

konnte. Also sagte er: „ es ist hierzulande sehr

langsam!"

„Heute!" sagte der Schah, dem nichts von dem, was er befohlen hatte, unausführbar erschien.

„Heute!" bestatigte der Minister.

Der Tanz war eine Weile unterbrochen. Der Herr und der Diener begaben sich würdig und langsam zu ihren Platzen zurück. Der Kaiser lachelte ihnen freundlich entgegen. Die Musik setzte wieder ein. Der Tanz begann aufs neue.

Vor Mitternacht erhoben sich die Majestaten. Sie verschwanden, die doppelflügelige Tür hinter den Thronsesseln verschlang sie.

Der Schah wartete in einem Nebenraum. Ihm gegenüber und so, dass er sie genau betrachten kann, steht eine Diana aus Silber auf einem schwarzen runden Brett. Sie scheint ihm das getreue Abbild der begehrten Frau zu sein. Alles in diesem Raum erinnert überhaupt an die begehrte Frau: der dunkelblaue Divan, die

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