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Herren!" — sagte er — „Es gibt viele, unzahlige, es gibt unzahlige Frauen in Wien! Seine Majestat, der Schah — ich will nicht sagen dass er einen schlechten Geschmack hat, im Gegenteil, ganz im Gegenteil! Aber Seine Majestat hat begreiflicher Weise niemals

Gelegenheit gehabt, zu erfahren, was es für für

sagen wir, Annaherungen gibt."

Er dachte an sich und selbstverstandlich an Mizzi Schinagl. Es 'schien ihm auf einmal — und zum ersten Mal in seinem unbeschwerten, leichtfertigen Leben schien es ihm, dass er Herz und Seligkeit für immer verloren habe. Ein unerklarlicher Hass gegen die Grafin W. ergriff ihn, und es erfüllte ihn der ihm selbst noch weniger erklarliche Wunsch, der Schah möchte sie wirklich besitzen. Eine niegekannte Wirrnis wütete in seiner Seele: wahrend er noch wünschte, die Frau, die er geliebt hatte und die er in diesem Augenblick aufs neue zu lieben glaubte, möchte schandlicher Weise dem Perser ausgeliefert werden, begehrte er auch schon und im gleichen Augenblick, diesen schimpflichen Vorgang um jeden Preis zu vermeiden. Er erfuhr plötzlich, dass er immer noch unglücklich liebte; dass er rachsüchtig war — aus unglücklicher Liebe; dass er aber zugleich den Gegenstand seiner Rachsucht und seiner Liebe zu bewahren hatte, als gehorte er ihm allein; dass er nicht einmal die Doppelgangerin der geliebten Frau, die Schinagl namlich, ausliefern durfte; und dass er dennoch, auf einem Umweg zwar, aber dennoch, verraten, verkaufen, beschamen und beschimpfen müsste.

„Es ist leicht, meine Herren" — sagte er, und wahrend er dieses aussprach, schamte und freute er sich zugleich — „es ist leicht, Doppelganger im Leben zu finden. Fast jeder von uns nicht wahr, meine Herren? — hat einen. Die Damen haben Doppelgangerinnen,

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