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darauf, dass es würdig sei unserer Majestat, aber auch Deines bewahrten Geschmacks. Achte darauf, dass keiner von unserer Begleitung Dich sieht. Das Haus und den Namen musst Du ausfindig machen. Ich will nichts mehr von der Sache wissen. Ich verlasse mich auf Dich!"

„Mein Herr darf es!" sagte der Obereunuch.

Er hatte schon delikatere und diffizilere Dinge in seinem Leben vollbracht. Seit seiner Ankunft lebte er in gutem Einvernehmen mit Dienern und Lakeien, und langst wusste er zwischen Geldsüchtigen und Bestechlichen Klugen und Brauchbaren und Dummen zu unterscheiden. Er konnte die Sprache des Landes nicht, aber alle Welt verstand seine Sprache: es war die Sprache des Goldes und die der Zeichen. Man verstand den Obereunuchen vortrefflich.

Es war einfach, den Weg zu Mizzi Schinagl zu finden. Alle Leute vom Gesinde wussten, wo der Schah die Nacht zugebracht hatte. Schwieriger aber war es, ein Geschenk zu finden, das, wie dem Obereunuchen befohlen war, würdig sein sollte der Macht des Herrschers und seines eigenen Geschmacks. Er überlegte lange. Er kannte die Dame nicht. Nach seinen Vorstellungen musste sie einen hohen Rang haben. Er entschloss sich für drei schwere Perlenketten. Ihr Wert schien ihm angemessen als Preis. In Begleitung des Hoflakeien Stephan Lackner fuhr er am nachsten Nachmittag vor

das Haus der Matzner.

Man war hier auf diesen Besuch nicht vorbereitet. Frau Matzner selbst war noch im Schlafrock und der Klavierspieler Pollak in langen flauschigen Unterhosen und Pantoffeln. Der Obereunuch, im europaischen Anzug, dunkelblau und dermassen zurückhaltend gekleidet, dass seine Diskretion schon bemabe aussah wie ein Versuch, sich zu verbergen, war keineswegs

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