Geen zoekvraag opgegeven

Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

und die Vogel unterschieden sich von den Tieren der Wieden. Es war, als könnte es einer Amsel aus dem ersten Bezirk gar niemals einfallen, ihre Nahrung im vierten zu suchen. Auch hatte sie ein wenig Angst vor ihren zwei Zimmern, die ihr viel zu geraumig und viel zu kostspielig eingerichtet erschienen. Keineinziger Gegenstand in dieser Wohnung kam ihr nahe und vertraut genug vor. Beim Anblick eines jeden Möbelstücks musste sie daran denken, dass sie für alles die sogenannte „Abnützungsgebühr" zahlte, und obwohl die Höhe dieser Gebühr von vornherein ausgemacht war, überfiel sie immer von neuem die Angst, die Möbelstücke nützten sich bei jeder Berührung nicht nur viel zu wenig ab, sondern die Gebühr stiege auch noch, dank einer unerklarlichen Tücke des Mietvertrags. Um sich in der fremden Umgebung ein bisschen heimischer zu fiühlen, holte sie sich fünfhundert Gulden in bar vom Bankhaus Ephrussi ab, die Halfte in Gold, die Halfte in Banknoten. So wusste sie wenigstens, dass etwas Gutes sie erwartete, wenn sie am Abend nach langen und nutzlosen Wanderungen durch die Strassen, nach schlafrigen Stunden, die sie im Stadtpark oder im Rathauspark auf einer Bank verbracht hatte, nach Hause zurückkehrte. Eine Majorswitwe, die zu ihrem Schwiegersohn nach Graz übersiedelt war, hatte ihr die Wohnung vermietet. Frau Matzner erbte etwas von dem sozialen Ansehn, das die Besitzerin der Wohnung bei dem Hausmeister und bei den Parteien und deren Dienstboten genossen hatte. Sie war zwar laut Meldezettel eine „Ledige" — aber auch eine „Private". Wohlhabend sah sie aus. Niemand kannte sie. Sie hatte freundliche Manieren, ein halbes Dutzend guter Kleider und drei Hutschachteln und eine brave Leibwasche aus gutem Leinen. Die Hausmeisterin hielt die Zimmer in Ordnung. Sie suchte manchmal in den

Sluiten