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Alle Welt — der Hochwürdige Herr von gestern mitinbegriffen —• freute sich schon auf ihren Tod. Sie allein wusste, dass sie noch am Leben bleiben würde. Und was sollte das für ein Leben werden! Das Leben einer Neugeborenen, aus dem Jenseits Heimgekehrten!

„Und der Rest Ihres Vermogens?" — fragte der Notar.

„Darüber sprechen wir noch!" — sagte die Matzner. Sie unterschrieb mit der Feder, die ihr der Notar hinhielt. Er packte das Papier umstandlich in ein dickes leinengefüttertes Couvert. Dieses versiegelte er. Kerze und Siegellack holte er aus der Aktentasche. Vor der brennenden Kerze, die an Tod erinnerte, schloss die Matzner die Augen. Sie öffnete sie erst, als sie den Notar pusten hörte. „Auf Wiedersehn!" — sagte der Notar. Sie lachelte ihm zu.

Sie ass eine Graupensuppe, mit starkem Appetit, und verlangte selbst nach etwas festerem. Ein grosses Verlangen nach einem Gulasch und einem Krügl Okocimer überkam sie. Sie war nicht krank, gar nicht krank. Sie gedachte nur noch eine Weile, ein, zwei Tage noch, eine Kranke zu spielen. Am Abend aber, als der Doktor wiederkam, erkannte sie ihn nicht. Schweiss stand in dicken Perlen auf ihrer Stirn. Die Haube drückte mit dem strammen Gummiband. Sie hatte das Gefühl, als trüge sie eine Krone, und sie bat flehentlich: „Nehmt mir die Krone ab!" — und in der verschwommenen Erinnerung an die gestrige Absolution fügte sie hinzu: „Die Dornenkrone!" — Aber man hatte nicht acht auf das, was sie sagte. Das Thermometer zeigte 40 Grad.

Plötzlich schrie sie auf. Sie fühlte einen schneidenden Schmerz im Rücken, als wenn man ihr ein Schwert, doppelt geschliffen, durch die Rippen gestossen hatte.

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