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XIX.

Weit und breit herrschte ein tiefer, geradezu grausam tiefer Friede, und die offizielle Polizeikorrespondenz, die auch noch die banalsten Vorfalle mitzuteilen pflegte, umfasste kaum zweieinhalb Seiten taglich. Das Kartell der Polizeireporter sass niedergedrückt im Café Wirzl, erschöpft von der unertraglichen Ruhe, gelahmt von dem ereignislosen Frieden und ohne die geringste Hoffnung auf eine Sensation. So oft die Tür aufging, blickten die Manner von ihren Karten auf. Wenn einer der Geheimen eintrat, die bei Wirzl aus- und eingingen, sah man ihm mit angespannten Blieken entgegen, als könnten die Augen schon erlauschen, was die Ohren noch nicht vernahmen. „Gibt's was?" fragten fünf, sechs Manner auf einmal. Der Geheime nahm den steifen Hut nicht ab; ein Zeichen, dass er sich nicht zu setzen gedachte, dass er nichts zu erzahlen hatte. Die Köpfe senkten sich wieder in trostloser Lethargie über die Karten. Der einzige Reporter Lazik nur verfolgte im Stillen eine ganz bestimmte Idee. Es war ihm nichts anzusehn. Auch er tat so, als ob er genau so wie die anderen ermattet ware, von der Aussichtslosigkeit in diesen miserabel ruhigen Zeiten. Indesen aber spann er Faden um Faden, flocht sie zu Maschen und zertrennte sie wieder, knüpfte Entlegenes zu brüderlichen Knoten, schnitt andererseits auch wieder auseinander, was eigentlich zusammenhing, denn er brauchte die einzelnen Glieder einer bestimmten Gedankenfamilie für andere Ketten, Bande und Verwandtschaften. Er allein spürte einen Zusammenhang zwischen dem Tod des Bankiers Ephrussi und dem der Josephine Matzner. Wenn er sich recht erinnerte, so hatte seinerzeit der Bankier Ephrussi die berühmten Perlen der Schinagl belehnt und sogar wahrscheinlich

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