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der Nachricht, dass Josephine Matzner — Lazik schrieb: ,,eine gewisse Josephine Miitzner kürzlich gestorben sei. Und nach der üblichen rhetorischen Frage: „Wer war diese Josephine Matzner?" erfolgte die Beschreibung des Hauses, seit seiner Gründung im Jahre 1857, seiner Pensionarinnen und seiner Besucher und Stammgaste aus der grossen Lebewelt, ohne Namen allerdings, aber mit unmissverstandlichen Kennzeichnungen. Die Serie dieser Artikel wurde gleichzeitig in kleinen Heftchen verkauft, im Zeitungsdruck zwar, aber mit einem bunten Umschlag, auf dem ein sympathisch halbentkleidetes Madchen auf einer giftgrünen Chaiselongue zu sehen war. Sie war ganz Buntheit und Erwartung. Sie lag da, matt und angriffsbereit zugleich. Die Hefte wurden in den Tabaktrafiken und in Papierladen verkauft. Gymnasiasten, Naherinnen, Waschermadchen und Hausmeister kauften, selbst wenn sie die Artikel in der „Kronenzeitung" bereits gelesen hatten. Es war lange noch keine Rede von den Perlen, die der Titel jeden Tag verhiess.

In diesen Wochen kam Lazik nur für ein paar Minuten taglich in das Café Wirzl. Er konnte die Kollegen und die Geheimen nicht recht leiden. Er spürte, dass sie ihn ein wenig beneideten, aber auch, dass sie ihn nicht mehr wie einen völlig Gleichberechtigten behandelten. Sie waren keine „Dichter . Sie entfalteten keine „Phantasie". Sie hatten „Nachrichten", grosse, kleinere, sensationelle, aber niemals ,,Geschichten . In Zeiten der Dürre, wie sie jetzt herrschten, klaubten sie bescheiden die bescheidenen Tagesneuigkeiten auf, eine Messerstecherei, eine Geburt von Drillingen, einen Fenstersturz aus dem vierten Stock. Lazik hatte geradezu einen Verrat an dem Metier begangen. Er kam nicht einmal als Kiebitz beim Tarock noch in Betracht.

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