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heit ware unbedingt notwendig. Weltfremd und menschenscheu sei er geworden. In einen Salon traue er sich nicht mehr.Und das Leben habe für ihn jeden Sinn verloren. „Jetzt endlich solltest Du heiraten!" sagte der alte Baron Wilmowsky, Mitglied des Herrenhauses und seit Jahren leidenschaftlich beflissen, altliche Herren mit jungen Madchen aus verschuldeten Familien zu verheiraten. Er gestand freimütig, dass er keine andere Politik betreibe und anerkenne als Familienpolitik. „Ich hatte damals die Helen' heiraten sollen!" sagte Taittinger. „Sie ist recht unglücklich!" — antwortete Wilmowsky — „Graf W. ist paralytisch. Der junge Tschirschky macht ihr den Hof. Ihr Mann war immer schon ein bissel teppert."

Die Vormittage waren auf diese Weise meist der Aristokratie gewidmet. Die Nachmittage aber weihte der Baron dem „Volk", ebenfalls im Prater. Er kam oft am Karussell vorbei, unterhielt sich mit der Mizzi, mit der Kreutzer und mit Herrn Trummer, ging mit ihnen gerne zur Militarmusik, ins zweite Caféhaus, und liess sich den Stand der Verhandlungen über das Wachsfigurenkabinett berichten. Er fand Gefallen am Panoptikum überhaupt. Wachsfiguren waren ganz sympathisch; netter als ein Karussell auf alle Falie. Trummer sagte, es gehore ein ordentliches Stück Geld dazu, die Geschichte Himmel-Herr-Gott-sakra no amoi! — richtig zu machen. Allerdings waren dann die Verdienstchancen unabsehbar. Manchmal kam es vor, dass Mizzi Schinagl, als hatte sie sich plötzlich wieder einer langst vernachlassigten Pflicht entsonnen, mit der Kreutzer oder dem Trummer den Platz tauschte, hart an den Baron heranrückte und leise seine Hand streichelte. Das erste Mal erschrak er und wurde plötzlich schweigsam. Dann gewöhnte er sich an seine Ausrede: es macht eh' nix, die Mizzi ist brav; es sind über-

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