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zu begegnen. Sie erblickte ihn zuerst aus der Ferne, weit vor ihr ging er, seinen Rücken erkannte sie und seinen Gang. Dünn und zart ging er dahin, mitten zwischen den starken Baumen, es rührte sie zu Tranen; über seine Art dahinzugehn, allein hatte sie weinen mogen. Es war eigentlich wunderschön, dem Herrn zu folgen, nur seinen Rücken zu sehen und zu lieben und seinen Schatten, wenn er dann und wann die Allee verliess und in der sonnigen Strasse weiterging. Sie nannte ihn in Gedanken: den Herrn, den Baron, den Rittmeister. Auch im stillen wagte sie nicht, ihn Franz zu nennen — aus körperlicher Angst. Wenn sie „Franz" dachte, fuhr ein Schwert durch ihr Herz.

Es war gut, dass sie ihm nicht zufallig entgegengekommen war; das hatte sie vielleicht nicht ausgehalten. Sie wollte auch schon umkehren, damit er ihr heute, heute nicht, heute noch nicht begegne; das Umkehren aber konnte noch etwas Zeit haben. Sie ging, ohne es zu wissen, immer schneller. Jetzt konnte sie schon seinen Schritt horen. Plötzlich blieb er stehn, wandte sich schnell um und erblickte sie. Er hatte gefühlt, dass man ihm folgte.

Er liess sie herankommen. „Weisst, Mizzi, Ueberraschungen hab' ich nicht gern!" — Es war ehrlich, er hasste Ueberraschungen. Weihnachtsgeschenke, die er nicht selbst gewünscht und gleichsam bestellt hatte, hasste er, vernichtete oder verlor er auch sofort. Er empfand Ueberraschungen als vulgar, ebenso wie Schreckrufe, lautes Weinen einer Frau, gerauschvolles Tarockspiel im Café, Streit zwischen Mannern auf der Strasse. „Es ist ein Zufall, bitt' um Entschuldigung, Herr Baron!" — log die Mizzi. „Ich hab' gedacht, Herr Baron reiten?" — „Ich hab' kein Pferd, Mizzi. Auf gemieteten Pferden reit' ich nicht! — Wohin gehst denn?" — Er war beinahe schon misstrauisch.

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