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Crème, vier Madels, deren durchweg jüdische Yater Namen trugen, die der öffentlichkeit angehörten. Gussy Senders Yater war der in aller Welt bekannte Komponist. Er hatte sich nur schwer, aber im Jahre 1912, das wir schreiben, bereits endgültig durchgesetzt. Seine einzige Tochter wusste nichts von den Bitter nissen und Enttauschungen der Jahrzehnte, in denen der um Anerkennung Ringende sieli und seine überraschenden, überrumpelnden Klangformen, als exotisch angefeindet, schon fast aufgegeben hatte. Gussy war im Glanz des Erfolgs zur Welt gekommen und wusste nur von Glanz und Erfolg. Ihr Hochmut kannte keine Grenzen, und die Mitschülerinnen zahlten bei ihr nach der sozialen Stellung ihrer Yater.

Schulleistungen berechtigen im allgemeinen nicht zu einem abgeschlossenen Urteil über die Anlagen eines Schülers. Aber wo, wie und wann ein Schuier versagt, das lasst wohl Symptome erkennen, aus denen man sich ein Urteil bilden kann. Gussys Leistungen wurden meist schonend dahingehend zusammengefasst, dass sie in der Klasse mitkomme. Sie war über etwaige kleine Schönheitsfehler in ihren Zeugnissen auch niemals bedrückt; denn sie war in der Schule ohne Ehrgeiz, hatte von sich die höchste Meinung und von den Fachern, die ihr „nicht lagen ', die geringste. Für sie war die Schule eher eine Institution zur Pflege und Knüpfung gesellschaftlicher Beziehungen, unliebsam unterbrochen von den Unterrichtsstunden.

Professor Rudolf Wolnitz, Madges Yater, war der berühmte Wiener Internist, von dem man sich in der Klasse erzahlte, die Kaiser und Könige sassen in seinem Wartezimmer nur so herum, von Erzherzögen gar nicht zu reden. Einen besonderen Nimbus verlieh ihr

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