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sie selbst einmal diesen Missgriff der Natur ausgleichen könne. Sie war nicht in grosse Verhültnisse hineingeboren worden. Sie hatte keinen Yater, dessen Marmorbüste einst in der Universitat Aufstellung finden oder über den eine spatere Generation in der Literaturgeschichte lernen würde. Ihr blieb, nach ihrer Meinung, nur eine einzige Chancezur Unsterbliehkeit: siemusste die Gefahrtin eines Mannes werden, der durch die Zugehörigkeit zu ihr zu gewaltigen Werken entflammt würde. Einzig nach ihrem Urteil, ihrer Klugheit und enormen Welterfahrung sollte dieser Mann einmal seine Taten richten, wie Numa Pompilius seiner Egeria weisen Ratschlagen folgte. Eine Egeria würde sie sein. Sie las viel, um sich auf ihren Numa Pompilius vorzubereiten. Sie las viel und wahllos, verstand einiges halb. einiges gar nicht und vergass wohl auch über ihrer Lektüre deren Zweck, die weihevolle Yorbereitung auf den dereinstigen hohen Ratsuchenden. Sie vergass sie so sehr, dass sie ihren Numa Pompilius erst gar nicht abwarten wollte, sondern früh zu sterben beschloss. Denn sie las gerade das Tagebuch der Moussia und war nicht mehr Egeria, sondern Moussia, die in edler Schönheit an Schwindsucht dahinsiechte. In ihrer Verstiegenheit hatte sie nun wirklich eine Periode, in der ihr Schwindsucht das erstrebenswerteste Ideal schien. Sie ass wenig, fühlte sich matt und elend und genoss diesen Zustand mit Entzücken als die Vorboten ihrer baldigen Yerklarung. Eine grosse Rolle spielten dabei die letzten Worte, die sie für die Nach welt zurücklassen würde. Eine Weile wollte sie mit Hölderlin ihren Erdenwandel beschliessen: „Ich bin zu gross geworden, um noch wiederzukehren zu dem Glück der Erde...." Dann wieder hatte sie lieber einen eigenen Ausspruch

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