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scheibe, die sie von den Gebilden aus Taft, Satin und Georgette trennte, der Plan, Mannequin zu werden. Damit würden ihr alle Kleider der Welt gehören! Kein einziges müsste sie zweimal tragen. Die standige Redensart der Mutter „schön bist du nicht, reich bist du nicht...." fing an, auf der Haut zu brennen. Das musste sie abwaschen! Niemand sollte wagen, sie einstmals auch nur daran zu erinnern! Sie würde so schön werden, dass alle Welt ihr nachschauen würde. Sie nahm es sich mit solch heiligem Ernst vor, als unterstehe schön zu sein dem Willen. Bei ihr war kein Zweifel, dass die Zeitschriften sich darum reissen würden, ihr Bild zu bringen, dass sie auf allen Rennen, auf allen Ballen zu sehen sein würde. Sie, Johanna Deutsch, die sich heute noch der Mutter „schön bist du nicht, reich bist du nicht!" anhören musste — sie wird einmal der Mittelpunkt dieser grossen gesellschaftlichen Veranstaltungen sein. Dollarmillionare werden um sie werben, Grafenkronen und hohe Titel und Würden sollte man ihr dereinst zu Füssen legen, sie aber würde an all dem vorübergehen, keinem anderen Ziel entgegen als diesem einen: schön zu sein.

Sie lebte nun ganz dieser Hoffnung, verwandte Stunden darauf, andere Frisuren auszuprobieren, ass oft mehr, als sie vertrug, schnitt sich aus den Zeitschriften die Toiletten von Königinnen und Revueprinzessinnen heraus, entwarf sich wohl auch selbst exzentrische Kostüme zu dem Zweck, sie einmal der Welt vorzuführen. Sie spielte mit sich selbst wie mit einer Puppe und war voller Erwartung des Berufs, der eigens für sie erfunden schien.

Unnötig zu sagen, dass ein derartig mit sich besehaftigtes Kind in der Schule kaum noch mitkam. Sie

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