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mit der am Freitagabend das Eisenstadter Ghetto abgesperrt wurde — übrigens eine freie Massnahme der Irommen Eisenstadter Gemeinde. Denn im Burgenland genossen die Juden unter der fürstlicb Esterhazyschen Herrschaft Schutz und Freiheit seit Jahrhunderten. Frau Rosas Familie war hier seit dem sechzehnten Jahrhundert ansassig, immer waren die Familienvater kleine Handelsleute, die nichts hatten als eine zahlreiche Kinderschar und ihren Freitagabend. Das Schliessen des Ghettos war aus ursprünglichem Zwang eine liebe Gewohnheit geworden, an der man festhielt, als die Esterhazys diese Bestimmung langst aufgehoben hatten. Frau Rosa, wenn sie daran dachte, empfand noch etwas von dem Gefiihl der Geborgenheit nahen Beieinanders mit sabbathlichen Glaubensgenossen. Sie sah den Vater den weissen Gebetmantel zusammenfalten, ehe er in die Synagoge ging, sah die Mutter bei den Sabbathkerzen, genau so, wie jetzt sie selbst und wie vor ihr Generationen und Generationen jiidischer Frauen den Frieden des siebenten Tages segneten, den zu heiligen geboten war.

Johanna stand unterdessen am Fenster des kleinen Kabinetts, das ihr Schlafzimmer war.

„Le participe passé conjugé avec être...." murmelte sie vor sich hin; aber sie kam nicht weiter. Sie war nicht bei der Sache. Sie steilte sich Friederike Skriebitsch vor, wie sie diejungfrau von Orleans aufsagen würde. Sie versuchte, mit Friederikes reichsdeutschem Dialekt den Monolog herzusagen. Sie übertrieb scheusslich und brach in leises, schadenfrohes Gelachter aus; aber das Lachen zersprang wie ein Gefass mit einem kleinen wehen Laut, der in bitterliches Aufschluchzen über-

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